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Rhein-Wasserstände steigen weiter

Das Hochwasser im Rhein steigt und steigt: Die Kölner Altstadt wird wohl nicht überflutet werden, aber für die Binnenschiffer, die die Domstadt passieren müssen, zeichnet sich eine Zwangspause ab. Etwas entspannter ist die Lage in Duisburg.

Montag, 01.02.2021, 14:51 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 15:02 Uhr
Der Rhein hat in Köln Teile des Ufers überflutet.
Der Rhein hat in Köln Teile des Ufers überflutet. Foto: Oliver Berg

Köln/Duisburg (dpa/lnw) - Der Schifffahrt auf dem Rhein droht bei Köln eine Zwangspause. Die Hochwassermarke 2 von 8,30 Meter, ab der der Schiffsverkehr gesperrt wird, könnte am Kölner Rheinpegel bereits am Dienstagabend erreicht sein. «Wir erwarten den Höchststand am Dienstagabend und eine lange Hochwasserwelle mit hohem Niveau bis Ende der Woche», sagte Marlene Willkomm, Vize-Chefin der Kölner Hochwasserschutzzentrale am Montag.

Weniger stark stiegen die Wasserstände dagegen in Duisburg. Dort stand der Rheinpegel am Montagmittag (13.00 Uhr) bei 8,64 Meter - 65 Zentimeter höher als am Vortag. Voraussichtlich erst am Donnerstag oder Freitag werde dort die Hochwassermarke 1 von 9,30 Metern mit Einschränkungen für den Schiffsverkehr überschritten, sagte ein Sprecher des Wasser - und Schifffahrtsamtes Rhein. Die Hochwassermarke 2 liegt in Duisburg Ruhrort wesentlich höher - bei 11,30 Meter.

Während die Pegelstände am Oberrhein bereits wieder fallen, steigen sie am Niederrhein weiter stark an, teilte das Landesumweltamt am Montag mit. Bis auf den Rhein habe sich die Hochwasserlage dagegen an allen übrigen Flüssen in Nordrhein-Westfalen entspannt.

Nach Tauwetter und Regen wurden am Kölner Pegel am Montagmittag 7,93 Meter (13.15 Uhr) gemessen und damit etwa 60 Zentimeter mehr als 24 Stunden zuvor. Die Schwelle von 8,50 Meter, ab der weitere Schutzmaßnahmen eingeleitet werden müssen, wird nach Einschätzung der regionalen Hochwasserschutzzentrale aber nicht erreicht werden.

Ab 8,50 Meter müssten auch in Köln weitere Schutzmaßnahmen getroffen werden. «Wir haben das im Blick, aber wir gehen derzeit nicht davon aus, dass es mehr werden als 8,50 Meter», sagte Willkomm. Im tiefer gelegenen Königswinter bei Bonn stand die Uferpromenade am Montag dagegen unter Wasser.

In Köln finden die Maßnahmen gegen das Hochwasser derzeit vor allem unterirdisch statt: Pumpwerke werden eingeschaltet, Abläufe zum Rhein mit Schiebern verschlossen und druckdichte Gullydeckel eingebaut.

Die Kölner Schifffahrtsverwaltung rechnet mit einem Stopp der Binnenschifffahrt bei Köln ab Mittwoch. «Das dient dem Schutz der Schifffahrt - nicht nur wegen der Durchfahrtshöhe unter den Brücken, sondern auch, weil solche Hochwasser Baumstämme und ähnlich gefährliches Treibgut mitführen», sagte Sprecher Christian Hellbach vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Köln.

Am Wochenende waren die Pegelstände stark gestiegen. Die Hochwassermarke 1, ab der erste Einschränkungen für die Schifffahrt gelten, war in Köln am Samstag überschritten worden. Schiffe dürfen nur noch mit verminderter Geschwindigkeit und im mittleren Stromdrittel fahren. Mit fallendem Wasserstand rechnen die Experten am Rhein erst kommende Woche - starke Niederschläge könnten die Situation auch noch verschärfen.

Die Städte und Gemeinden am Rhein hatten sich bereits in den vergangenen Tagen auf das Hochwasser vorbereitet. Parkplätze in Rheinnähe wurden gesperrt und dort stehende Fahrzeuge abgeschleppt. Im Kölner Stadtteil Rodenkirchen hatten Arbeiter am Freitag Schutzwände aufgebaut, Fluttore wurden hochgefahren. Die Schutzwand vor der Altstadt wird aber wohl nicht aufgebaut werden müssen. In Duisburg wurde am Sonntag das Sperrtor am Marientor geschlossen. Außerdem seien kleinere Straßen in Rheinnähe am Wochenende sicherheitshalber gesperrt worden, teilte eine Sprecherin der Duisburger Wirtschaftsbetriebe mit.

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