Politik
Regierung verteidigt Auftrags-Vergabe

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Flüchtlingsministerium hat einen Auftrag an eine Kölner Kommunikationsagentur verteidigt, deren Chefin nach Ansicht der SPD der Staatssekretärin Serap Güler (CDU) «seit Jahren eng verbunden ist». Güler sei an der Vergabe nicht beteiligt gewesen, so das Ministerium in seiner Antwort auf eine Kleine Anfrage der SPD-Fraktion. Die Ausschreibung sei ordnungsgemäß gewesen. Um das zu untermauern, veröffentlichte die Regierung sowohl die Zusage als auch die Absagen an die unterlegenen Konkurrenten.

Montag, 01.02.2021, 12:28 Uhr aktualisiert: 01.02.2021, 12:43 Uhr
NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) spricht während einer Pressekonferenz.
NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU) spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Johannes Neudecker

Konkret geht es um die Suche nach einer Dachmarke und einer Crossmedia-Kampagne zum Thema «Einwanderungsland NRW» aus dem Jahr 2018. Die Kölner Agentur bekam mit einem Partner den Zuschlag und entwickelte den Slogan und die Werbeaktion #IchDuWirNRW, bei der unter anderem der Rapper Eko Fresh mitmachte. 2018 entstanden laut Regierung Kosten in Höhe von rund 741 000 Euro.

Beim Zuschlag für die beiden Agenturen hieß es laut Ministerium: «Ihr Angebot hat uns überzeugt, da Ihre Herleitung der Dachmarke kreativ die erfolgreiche Einwanderungsgesellschaft in NRW mit ihren Chancen und Herausforderungen darstellt.» Den anderen Bewerbern wurde höflich aber bestimmt gesagt, warum ihre Vorschläge nicht genommen wurden. So wurde einer Agentur vorgeworfen, sie habe bereits bekannte Slogans benutzt. Bei einem anderen Angebot hieß es: «Das der Bewertung zu Grunde gelegte Kriterium "innovativ und außergewöhnlich" ist für uns in ihrem Konzept leider nicht ersichtlich."»

© dpa-infocom, dpa:210201-99-254188/2

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