Fußball
Keine Strafe für Paderborn-Coach Baumgart nach Wutrede

Paderborn (dpa) - Der Paderborner Trainer Steffen Baumgart wird nach seiner vielbeachteten Wutrede im Anschluss an das 2:3 im Pokal-Achtelfinale bei Borussia Dortmund nicht vom Deutschen Fußball-Bund bestraft. Wie der Verband am Mittwoch mitteilte, wird der in solchen Fällen zuständige Kontrollausschuss kein Verfahren einleiten. Demnach wurde der Coach allerdings schriftlich darum gebeten, «sich zukünftig in seiner Wortwahl zu mäßigen und an seine Vorbildfunktion als Trainer zu denken». Ansonsten könne es im Wiederholungsfall «zu einer Anklageerhebung vor dem DFB-Sportgericht führen».

Mittwoch, 03.02.2021, 14:31 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 14:42 Uhr
Steffen Baumgart an der Seitenlinie.
Steffen Baumgart an der Seitenlinie. Foto: Guido Kirchner

Baumgart hatte sich im Anschluss an die Partie in einem Fernseh-Interview kritisch über die Leistung des Schiedsrichter-Teams um Tobias Stieler (Hamburg) geäußert. Dabei hatte er die fehlende Bereitschaft des Referees beklagt, sich den im Kölner Videokeller überprüften und umstrittenen BVB-Siegtreffer von Erling Haaland (95.) persönlich auf einem Monitor am Spielfeldrand anzuschauen.

Der Zweitliga-Coach ist sich keiner Schuld bewusst. «Ich habe auf eine Situation aufmerksam gemacht und niemanden persönlich beleidigt. Wenn ich demnächst eine Doktorarbeit schreiben muss, bevor ich zum Interview gehe, dann sollte man mir das sagen», sagte der 49-Jährige am Mittwoch in einem Gespräch mit dem MDR.

Baumgart warb um Verständnis für seine emotionale Reaktion: «Ich bin Befürworter des Videoschiedsrichters. Aber es ist wichtig, dass wir mehr Klarheit reinkriegen. Ich habe kein Problem mit Herrn Stieler. Wir machen alle Fehler. Ich möchte nur nicht, wenn wir irgendetwas nicht richtig machen, es unter den Tisch kehren und zur Tagesordnung übergehen. Wie haben eine Streitkultur.»

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