Kriminalität
Straßenbahn-Geisterfahrt: 2500 Euro Strafe für Fahrer

Bonn (dpa/lnw) - Nach der Geisterfahrt einer Straßenbahn in Bonn hat das dortige Amtsgericht dem damals bewusstlosen Fahrer eine Geldstrafe von 2500 Euro auferlegt. Es sei ein Strafbefehl ergangen, teilte eine Sprecherin am Mittwoch mit. Der 48 Jahre alte Familienvater hatte im Dezember 2019 während der Fahrt einen epileptischen Anfall erlitten, wodurch die Bahn der Linie 66 zwischen Siegburg und Bonn führerlos an acht Haltestellen vorbeigefahren war. Zwei Passagiere brachen damals mit Gewalt die Fahrerkabine auf und stoppten den Zug unter telefonischer Anleitung der Leitstelle.

Mittwoch, 03.02.2021, 16:29 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 16:42 Uhr
Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen.
Eine Statue der Justitia steht neben Aktenbergen. Foto: Volker Hartmann

Dem Mann war fahrlässige Bahngefährdung sowie vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung vorgeworfen worden. Laut Gerichtsentscheidung hatte der 48-Jährige seine Erkrankung bei seinem Arbeitgeber verschwiegen. Erst drei Monate vor dem Unglück sei er unter Vertrag genommen worden. Der Epileptiker hatte in dem Verfahren beteuert, dass er durch gute medikamentöse Einstellung zehn Jahre lang keinen Anfall erlitten habe. Deswegen habe er auch mit keinem neuen Anfall gerechnet.

Trotz der dramatischen Fahrt der Straßenbahn, in der sich 20 Passagiere befanden, hatte sich der Mann drei Monate später in sein Auto gesetzt und erneut einen Anfall erlitten. In diesem Fall fuhr er an einer Kreuzung gegen einen Ampelmast.

Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig. Falls der 48-Jährige Einspruch einlegen sollte, käme es zu einem Prozess vor dem Bonner Amtsgericht.

© dpa-infocom, dpa:210203-99-288506/2

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