Gesundheit
Laumann sieht hohe Hürden für Impfungen im häuslichen Umfeld

Düsseldorf (dpa/lnw) - Das Impfen älterer Menschen vom Hausarzt rückt durch die Altersvorgabe für den Impfstoff von Astrazeneca in weitere Ferne. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) machte im Landtag am Donnerstag deutlich, dass es für den tief zu kühlenden Biontech-Impfstoff ein sehr ausgeklügeltes und sicheres System bis hin zum eigentlichen Spritzen bedürfe. «Das ist nicht einfach», sagte er im Gesundheitsausschuss. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung werde an der Frage des Impfens im häuslichen Umfeld gearbeitet.

Donnerstag, 04.02.2021, 17:35 Uhr aktualisiert: 04.02.2021, 17:40 Uhr
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen.
Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen. Foto: Federico Gambarini

Voraussichtlich werde das in der Tagespflege und Wohngemeinschaften am ehesten gelingen, wo mehrere Menschen gleichzeitig an einem Ort geimpft werden könnten. Astrazeneca-Impfstoff stehe für Ältere wie die priorisierten Über-80-Jährigen nach den Vorgaben zunächst nicht zur Verfügung. Vom Hersteller Moderna kämen relativ geringe Mengen.

Laumann geht davon aus, dass die Impfstoffe von Biontech und Moderna demnächst nicht mehr für Personen unter 65 Jahre in Deutschland verimpft werden dürfen. Sie sollen wegen der Altersvorgabe bei Astrazeneca ausschließlich diesen Impfstoff erhalten, der in seiner Handhabung als einfacher gilt. Zur Gruppe 1 der priorisierten Personen bei den Corona-Impfungen zählen auch Mitarbeiter in den Pflegeheimen und besonders gefährdeten Bereichen der Kliniken.

Mit Blick auf die ersten Lieferungen von Astrazeneca hat das NRW-Gesundheitsministerium die Kommunen angeschrieben, die Impfungen von Personal ambulanter Pflegedienste, von Tagespflegeeinrichtungen, Beschäftigten in Hospizen sowie Rettungsdienstpersonal vorzubereiten. Auch Gesundheitsberufe im ambulanten Bereich gehören zur ersten Prioritätengruppe. Laumann geht davon aus, dass Astrazeneca bis einschließlich der ersten Märzwoche etwa 600 000 Impfdosen liefert.

© dpa-infocom, dpa:210204-99-304450/3

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