Hochwasser
Hochwasser im Rhein steigt: «Entspannung nicht in Sicht»

Tagelang hat der Pegelstand des Rheins zugenommen - und es dauert wohl noch ein wenig, bis er wieder deutlich zurückgeht. Schaulustige werden vor übertriebener Neugier gewarnt - eine Katastrophe zeichnet sich aber nicht ab.

Freitag, 05.02.2021, 15:18 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 15:32 Uhr
Zwei Schwäne schwimmen auf einer vom Hochwasser des Rheins überfluteten Wiese.
Zwei Schwäne schwimmen auf einer vom Hochwasser des Rheins überfluteten Wiese. Foto: Henning Kaiser

Köln (dpa) - Der Fluss steht auf Uferpromenaden, überschwemmt Landungsstege und schwappt auch nah an Wohngebiete: Die Pegelstände des Rheins in Nordrhein-Westfalen bleiben auf hohem Niveau. Am Freitagnachmittag wurde in Köln ein Wasserstand von 8,61 gemessen - der Fluss schwoll über Stunden ganz langsam weiter an.

Wirklich dramatisch war das noch nicht, allerdings griffen diverse Schutzmaßnahmen. Im Örtchen Kasselberg etwa seien Stege aufgebaut, teilten die Kölner Stadtentwässerungsbetriebe mit. Die Ortschaft, die ganz nah am Rhein und vor der Hochwasserschutzlinie liegt, wird ab 8 Metern langsam zur Insel.

In der Rhein-Metropole gingen die Experten am Freitag davon aus, dass sich das Wasser nicht so schnell zurückziehen werde. Voraussichtlich werde der Pegelstand erst Anfang der kommenden Woche fallen. «Wir haben den Hochwasserschutz bis 8,70 Meter aufgebaut, so dass Köln geschützt ist», erklärte Marlene Willkomm, stellvertretende Leiterin der Kölner Hochwasserschutzzentrale. Generell sei die Stadt bis zu einem Wasserstand von 11,30 Meter sicher.

In benachbarten Bonn wurde am Freitag - bei einem zeitweiligen Stand von 8,18 Metern - eine mobile Wand im Ortsteil Mehlem aufgebaut, um zu verhindern, dass das Rheinwasser in eine Straße läuft. In der ehemaligen Bundeshauptstadt erwartete man, dass der Wasserstand am Samstag zunächst fallen werde - am Sonntag könnte er aber nochmals deutlich ansteigen. «Entspannung noch nicht in Sicht», gab die Stadt als Parole aus.

Bonn appellierte auch an seine Bürger, sich nicht aus Neugier in die Nähe von Überschwemmungen zu begeben. «Dies ist nicht nur gefährlich, sondern behindert auch Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit, den vom Hochwasser betroffenen Anwohnern zu helfen», mahnte die Kommune. Hinzu komme, dass größere Personenansammlungen wegen der Corona-Pandemie sowieso verboten seien.

Die Wassermassen im Rhein, die dem Fluss und dem Ufer ein ganz anderes Gesicht geben, haben in den vergangenen Tagen viele Schaulustige angelockt - auch, weil das Wetter besser wurde. Am Freitag sah man Menschen in der Nähe des Ufers. Auch in Düsseldorf, Duisburg, Wesel und Rees stieg der Pegelstand des Rheins weiter leicht an.

Bereits am Donnerstag war die Schifffahrt am Rhein in Köln wegen des Hochwassers eingestellt worden. Das wird ab einem Wasserstand von 8,30 Metern nötig.

© dpa-infocom, dpa:210205-99-310801/3

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