Wetter
Schneemassen sorgen für schwierigen Wochenstart

Am Sonntag fiel in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens so viel Schnee, dass dort auch am Montag noch mit massiven Behinderungen zu rechnen ist. Die Impfungen in den 53 Impfzentren sollen trotzdem starten. Wer es am Montag nicht schafft, soll einfach am Dienstag kommen.

Montag, 08.02.2021, 06:07 Uhr aktualisiert: 08.02.2021, 06:22 Uhr
Ein Landwirt räumt mit seinem Traktor eine schneebedeckte Landstraße.
Ein Landwirt räumt mit seinem Traktor eine schneebedeckte Landstraße. Foto: Nicolas Armer

Essen (dpa/lnw) - Die Schneemassen vom Wochenende werden in den nördlichen Landesteilen Nordrhein-Westfalens auch am Montag für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgen. Polizeibehörden rieten Autofahrern, deutlich mehr Zeit für die Fahrt zur Arbeit einzuplanen. Im öffentlichen Nahverkehr wollen die Verkehrsbetriebe ihren am Sonntag eingestellten Betrieb am Montagmorgen wieder aufnehmen und hoffen auf bis dahin freigeräumte Straßen. Die Deutsche Bahn rechnet auch am Montag mit Verspätungen und Zugausfällen und rät Reisenden, sich eine Stunde vor Abfahrt über die geplante Fahrt zu informieren. Am Sonntag hatte der Bahnverkehr in Westfalen und im Ruhrgebiet wetterbedingt fast völlig eingestellt werden müssen.

Die Uniklinik Münster behandelt am Montag nur Notfälle. Patienten, die am Montag für einen stationären Eingriff oder eine ambulante Behandlung kommen wollten, werden gebeten, zuhause zu bleiben. «Sie werden in den kommenden Tagen zur Vereinbarung eines neuen Termins kontaktiert», teilte die Klinik mit. Das Klinikum gab als Grund an, dass viele Mitarbeiter im Umland wohnen und nur eingeschränkt zur Arbeit kommen können.

Heftiger Schneefall in Verbindung mit starkem Wind hatte am Sonntag vor allem im Münsterland und Ostwestfalen für teilweise chaotische Straßenverhältnisse gesorgt. Die Stadt Detmold berichtete von bis zu zwei Meter hohen Schneeverwehungen. Auf den Autobahnen gab es massive Behinderungen durch liegengebliebene Lastwagen, auf den Straßen wurden Hunderte Unfälle gezählt - die meisten gingen zum Glück glimpflich aus. Räumfahrzeuge waren seit Samstagabend pausenlos im Einsatz - ein starker Ostwind hatte dafür gesorgt, dass geräumte Straßen in kürzester Zeit wieder mit verwehtem Schnee bedeckt wurden.

In Wuppertal mussten Einsatzkräfte sechs Menschen aus einer Schwebebahn befreien. Die Fahrgäste wurden mit Drehleitern aus luftiger Höhe befreit. Alle blieben unverletzt. In Hagen brach ein Zirkuszelt unter der Schneelast zusammen. Alle darin befindlichen Tiere bleiben unversehrt. In Duisburg musste die Feuerwehr anrücken, weil fünf Häuser im Ortsteil Baerl direkt am Rhein von der Außenwelt abgeschnitten waren. Räumfahrzeuge waren in den zum Teil 1,50 Meter hohen Schneewehen stecken geblieben, wie die Polizei in der Nacht bestätigte.

In Bielefeld sperrte die Polizei rund zwei Stunden lang die Autobahn 2 am Bielefelder Berg, weil die Räumfahrzeuge nicht hinterherkamen. In Münster blieben sogar große Räumfahrzeuge im Schnee stecken und mussten von Traktoren und Feuerwehrfahrzeugen freigeschleppt werden.

Im Ruhrgebiet, in Südwestfalen und am Niederrhein sorgte am Morgen hingegen Eisregen für spiegelglatte Straßen. Auf den Autobahnen ging es vielerorts nur im Schneckentempo voran.

Die schwierigen Verkehrsbedingungen könnten auch Auswirkungen auf den Start der Corona-Impfzentren haben, in denen am Montag landesweit erstmals Menschen ab 80 Jahren geimpft werden sollen, die zu Hause leben. Das NRW-Gesundheitsministerium hatte am Sonntagabend betont, dass wegen des Wintereinbruchs kein Impftermin verloren geht. Die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen würden wie geplant am Montag öffnen. Impftermine sollten nach Möglichkeit eingehalten werden.

Wer sich wetterbedingt nicht in der Lage sieht, den Termin wahrzunehmen, kann auch am Dienstag kommen - zur gleichen Uhrzeit wie zum ursprünglichen Termin am Montag und ausdrücklich ohne vorherige telefonische Anmeldung.

Der Kreis Steinfurt bietet allen Bürgern einen Abholservice an. Wer diesen Service in Anspruch nehmen möchte, soll am Montag ab 9.00 Uhr eine Hotline anrufen. Große Unternehmen aus der Region würden diesen Abholservice möglich machen, teilte der Kreis mit.

© dpa-infocom, dpa:210206-99-326793/5

Nachrichten-Ticker