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Teilgeständnis im Prozess um Abzocke mit Handelsregister

Düsseldorf (dpa/lnw) - In einem Prozess um Betrug mit angeblich amtlichen Handelsregistereinträgen hat ein 38-Jähriger in Düsseldorf ein Teilgeständnis abgelegt. Der Arbeitslose ist wegen gewerbsmäßigen Betrugs am Amtsgericht angeklagt.

Dienstag, 09.02.2021, 16:17 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 16:22 Uhr

Er soll als Geschäftsführer einer von ihm gegründeten Firma zwischen Juli 2015 und Februar 2016 bundesweit Existenzgründern Verträge über vermeintlich amtliche Einträge ins Handelsregister angedreht haben.

In 101 Fällen hatte die Masche laut Anklage Erfolg. Fast 98 000 Euro sollen so ergaunert worden sein. Die Firmengründer hielten die amtlich wirkenden Anschreiben für einen behördlichen Gebührenbescheid und zahlten die geforderten Summen im drei- bis vierstelligen Bereich.

Der gelernte Maler und Lackierer sagte am Dienstag aus, dass er für einen guten Freund eine Briefkastenfirma unter seinem Namen gegründet und Konten eingerichtet habe. «Den kenn ich von Kindesbeinen, dem hab ich voll vertraut, auch weil alles ganz offiziell war, mit Notar und Steuerberater», sagte er.

Dann habe er alle zwei bis drei Tage das Geld von den Geschäftskonten abholen und weitergeben müssen. Worum es ging, habe er gar nicht gewusst. Es sei «ein reiner Freundschaftsdienst» gewesen. Er habe dafür einmalig 5000 Euro bekommen.

Ein ähnlicher Fall war bereits 2017 aufgeflogen. Da waren über eine Düsseldorfer Briefkastenfirma Firmengründern ebenfalls überflüssige Verträge über vermeintliche Einträge ins Handelsregister angedreht und so 1,2 Millionen Euro ergaunert worden.

© dpa-infocom, dpa:210209-99-368771/2

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