Prozesse
Lebenslange Haft für brutalen Mord an Ex-Geliebter

Köln (dpa/lnw) - Weil sie den Ex-Geliebten nicht heiraten wollte, musste eine 22-Jährige sterben: Das Kölner Landgericht hat am Dienstag einen 48-Jährigen wegen heimtückischen Mordes aus niedrigen Beweggründen zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Nach den Feststellungen des Gerichts hatte der Angeklagte der 22-Jährigen im Juli 2020 vor ihrer Mietwohnung in Leverkusen aufgelauert und sie mit einem beidseitig geschliffenen Dolch mit über 30 Stichen und Schnitten getötet.

Dienstag, 02.03.2021, 16:12 Uhr aktualisiert: 02.03.2021, 16:22 Uhr
Außenansicht des Landgerichts Köln.
Außenansicht des Landgerichts Köln. Foto: Oliver Berg

Kennengelernt hatten sich die beiden Eritreer im Sommer 2019 in Leverkusen. Weil der Angeklagte aber bereits zwei Mal verheiratet war, Kinder hatte und keine Scheidungsdokumente vorlegen konnte, wollte die Frau keine Beziehung mit ihm. Damit habe sich der Angeklagte aber nicht abfinden können. Bereits im März 2019 hatte er die 22-Jährige mit einem Hammer bedroht, nachdem sie ihm gesagt hatte, dass es keine gemeinsame Zukunft für beide gebe.

Daraufhin habe der Angeklagte einen Entschluss gefasst: «Gemeinsam leben oder gemeinsam sterben - dazwischen gab es aus Sicht des Angeklagten keine Existenzmöglichkeit für das Opfer», sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Aufgrund der großen Anzahl an gezielten Schnitten und Stichen an «vitalen Bereichen des Körpers» sprach das Gericht von einem «absoluten Vernichtungswillen» des Angeklagten. «Die Brutalität des Verbrechens ist erschütternd.»

Der Urteilsverkündung wohnten zahlreiche Freunde und Bekannte des Opfers bei. Sie trugen T-Shirts mit einem Foto der lächelnden jungen Frau. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, Revision ist möglich.

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