Prozesse
Mann getötet: Angeklagte beschuldigen sich gegenseitig

Bonn (dpa/lnw) - Sieben Monate nach dem Fund einer verbrannten Leiche in einem Wald bei Eitorf hat am Mittwoch vor dem Bonner Landgericht der Prozess wegen Totschlags gegen zwei Angeklagte begonnen. Die 20 und 30 Jahre alten Männer sollen ihr Opfer laut Anklage nach einem Streit gefoltert und getötet haben. Unter anderem sollen sie dem 46-Jährigen mit einem schweren Ast auf den Kopf geschlagen und ihm mit einer Schaufel das Gesicht zertrümmert haben. Den Toten sollen sie dann in einen trockenen Bachlauf gebracht, seinen Kopf mit Spiritus übergossen und angezündet haben.

Mittwoch, 03.03.2021, 14:48 Uhr aktualisiert: 03.03.2021, 15:00 Uhr
Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand.
Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert

Am ersten Verhandlungstag räumten die beiden Deutschen einen Streit mit dem Opfer ein - und beschuldigten sich gegenseitig, den tödlichen Schlag mit der Schaufel ausgeführt zu haben.

Beide Angeklagte berichteten übereinstimmend, dass der 46-Jährige, mit dem sie zunächst die Nacht gemeinsam im Wald verbringen wollten, sehr aggressiv gewesen sei und Heroin von ihnen verlangt habe. Sie hätten ihm aber nichts abgegeben und ihn wegen der miesen Stimmung auch loswerden wollen. Aber der 46-Jährige sei darüber ausgerastet und mit der Schaufel auf den 20-Jährigen losgegangen. Daraufhin sei der Streit eskaliert. Nach dem Tod des Kumpels seien sie nach Bonn gefahren und hätten sich gegenseitig versichert, dass niemand etwas davon erfahren dürfe.

Das Ganze sei ein «Alptraum» gewesen, sagte der 30-Jährige vor Gericht. Er habe das Opfer sehr gemocht: «Er war kein schlechter Kerl.» Der 20-Jährige sagte: «Es war eine schreckliche Nacht. Es tut mir leid, dass das so aus dem Ruder gelaufen ist.»

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