Gesundheit
Laumann: Kostenlose Tests nicht gleich überall verfügbar

Neben den Impfungen sollen vor allem viele Tests dafür sorgen, dass die Corona-Neuinfektionen nicht wieder in die Höhe schießen. Ab Montag treten erste Öffnungsschritte im Handel, für Museen und Zoos in Kraft. Die Testkapazitäten sind noch im Ausbau.

Freitag, 05.03.2021, 13:12 Uhr aktualisiert: 05.03.2021, 13:20 Uhr
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Gesundheit in Nordrhein-Westfalen, spricht.
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Gesundheit in Nordrhein-Westfalen, spricht. Foto: Michael Kappeler

Berlin/Düsseldorf (dpa) - Das Angebot kostenloser Schnelltests wird nach Einschätzung von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nicht gleich am 8. März für alle Bürger flächendeckend verfügbar sein. «Also es ist so, dass wir nicht nächste Woche allen Bürgern dieses Angebot machen können», sagte Laumann am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Die Infrastruktur für die Schnelltests, die von geschultem Personal vorgenommen werden, müsse für das Angebot von mindestens einem Test pro Woche für jeden Bürger größer werden. Dabei sei nicht das Material, also die Verfügbarkeit ausreichender Schnelltest das Problem, sondern wer sie dann mache.

Laumann zeigte sich aber davon überzeugt, dass die flächendeckende Testinfrastruktur in NRW schnell aufgestellt werden könne. Schnelltests würden bereits in Arztpraxen, in kommunalen Testzentren, Apotheken und auch von privaten Anbietern durchgeführt. Nun soll unter anderem sichergestellt werden, dass Apotheker die Schnelltests auch außerhalb ihrer Apotheken machen könnten, wenn das Gebäude baulich nicht für Massentests geeignet sei. Die Kreise und kreisfreien Städte könnten weitere Impfzentren auch für die Schnelltests eröffnen sowie weitere Anbieter bestimmen. Er verwies auf das Testinteresse bei Drogeriemärkten.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) machte deutlich, dass für den Start kostenloser Schnelltests als Angebot für alle Bürger ab der kommenden Woche ausreichend Tests vorhanden seien. Das werde nicht überall gleich an diesem Montag der Fall sein, aber viele Bundesländer hätten angekündigt, loslegen zu wollen. «Von diesen Schnelltests sind mehr als genug da.» Jedes Testzentrum wisse, wo sie zu bestellen seien, das passiere auch. Der Bund übernehme die Kosten. Auch Selbsttests für zu Hause kämen jetzt auf den Markt, Hersteller hätten signalisiert, 20 Millionen pro Woche herstellen zu können.

Spahn bot sich den Ländern als «Kontaktbörse» an, um Kontakt zu Testherstellern zu vermitteln, damit Tests etwa für Schulen und Kitas bestellt werden könnten. Positive Ergebnisse von Schnell- und Selbsttests müssten durch einen genaueren PCR-Labortest überprüft werden. Auch bei negativen Ergebnissen sei es weiter nötig, auf Abstand und Masken zu achten. Nordrhein-Westfalens Landesregierung will an diesem Samstag nach Angaben von Laumann festlegen, wie die Tests für die Bereiche Kita und Schule organisiert werden. Die Bundesländer sollen bis April die flächendeckende Infrastruktur für das Angebot der kostenlosen Schnelltests an alle Bürger schaffen.

Etwa ein Drittel der Kita-Erzieher und Lehrer in Nordrhein-Westfalen macht nach den Angaben von Laumann zufolge bisher von den angebotenen Schnelltests des Landes Gebrauch. Erzieher und Lehrer können sich freiwillig bis zu zwei Mal pro Woche auf Corona testen lassen. An den öffentlichen Schulen sowie den Ersatz- und Ergänzungsschulen in NRW gilt das erweiterte Testangebot des Landes seit dem 15. Februar bis zum letzten Schultag vor den Osterferien, dem 26. März. Es kann nur von Personen in Anspruch genommen werden, das im Präsenzunterricht tätig ist. Beschäftigen in Kitas und Tageseltern können sich seit dem 15. Februar bis zu zwei Mal die Woche freiwillig testen lassen.

© dpa-infocom, dpa:210305-99-700202/4

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