Arbeit
6 Prozent der Firmen halten sich nicht an Homeoffice-Pflicht

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die allermeisten Firmen in Nordrhein-Westfalen halten sich an die Pflicht zum Homeoffice in Pandemie-Zeiten. Nur knapp sechs Prozent der kontrollierten Betriebe, die ihren Beschäftigten Heimarbeit anbieten müssen, hätten dies «nicht oder nicht entsprechend der betrieblichen Möglichkeiten» getan, teilte das NRW-Arbeitsministerium auf Anfrage mit. Das waren 58 Unternehmen. Kontrolleure hatten den Angaben zufolge im Februar 2799 Betriebe wegen mehrerer Corona-Regeln unter die Lupe genommen. Von den Firmen waren 1800 nicht an die Homeoffice-Pflicht gebunden - für die Tätigkeit bei ihnen war die Arbeit zu Hause nicht möglich. Bei 941, für die die Vorgabe galt, gab es keine Mängel.

Montag, 08.03.2021, 08:50 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 09:02 Uhr
Eine Frau nimmt im Homeoffice aus ihrem Wohnzimmer an einer Telefonkonferenz teil.
Eine Frau nimmt im Homeoffice aus ihrem Wohnzimmer an einer Telefonkonferenz teil. Foto: Sebastian Gollnow

Als Maßnahme gegen die Corona-Pandemie gilt seit Ende Januar die Pflicht zum Homeoffice - und zwar dort, wie die Tätigkeit es zulässt und der Arbeitnehmer das will. Die Bundesregierung sieht dies als einen Baustein der Pandemie-Bekämpfung, damit die Zahl der Kontakte reduziert wird und sich weniger Menschen anstecken. Bußgelder auf Grundlage der Corona-Arbeitsschutzverordnung drohen den Firmen, die dagegen verstoßen, nicht. Solche Zahlungen könnten nur über ein separates Gesetz verhängt werden - dies ist aber eher theoretisch und soll laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) nur im «allergrößten Notfall» erfolgen.

Sorgenfalten legten die Kontrolleure bei den Betrieben wegen anderer Themen an den Tag. So ergaben die Februar-Kontrollen zum Beispiel, dass fast jeder vierte kontrollierte Betrieb (22,6 Prozent) Mängel bei der Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorge hatte - hierbei geht es zum Beispiel um Arbeitsschutzkleidung, von der nicht genug da war. In 15 Prozent der überprüften Betriebe wurden zudem Mängel bei Reinigungsmöglichkeiten protokolliert - mal fehlte Flüssigseife im Seifenspender, mal war das Desinfektionsmittel am Eingang aufgebraucht.

© dpa-infocom, dpa:210308-99-730622/2

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