Hochschulen
Studierende in NRW starten ins dritte «Pandemester»

Für Tausende Studierende in NRW geht im April die Uni wieder los. Doch meist nicht auf dem Campus, sondern in der digitalen Vorlesung zu Hause. Es ist inzwischen bereits das dritte Semester unter Corona-Bedingungen.

Donnerstag, 01.04.2021, 07:57 Uhr aktualisiert: 01.04.2021, 08:02 Uhr
Ein leerer Hörsaal der Ruhr-Universität Bochum.
Ein leerer Hörsaal der Ruhr-Universität Bochum. Foto: Caroline Seidel

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Schilder für die Maskenpflicht auf dem Campus hängen, Seminare per Videokonferenz sind längst vorbereitet. Für die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen sind die Corona-Maßnahmen inzwischen fast Routine geworden, wenn sie im April in das Sommersemester 2021 starten. «Es handelt sich um das dritte «Pandemester», nachdem das zurückliegende Sommer- und das Wintersemester unter Corona-Bedingungen stattgefunden haben», sagt ein Sprecher der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Bereits im vergangenen Sommersemester sei mit Software-Lizenzen für Videokonferenzen und Notebooks für bedürftigere Studierende technisch aufgerüstet worden. «Mittlerweile sind wir technisch sehr gut sowohl auf ein rein digitales als auch auf ein möglicherweise hybrides Sommersemester vorbereitet», so der Sprecher.

Das bestätigt die Universität zu Köln: «Wir haben de facto alles an technischen Möglichkeiten umgesetzt», erklärt ein Sprecher. Es gebe beispielsweise die Infrastruktur für die Lehrenden, so dass diese ihre Vorlesungen in Studios aufzeichnen können. Gleiches berichtet die Ruhr-Universität Bochum. «In den vergangen zwei Semestern haben wir viel gelernt und deutlich aufgerüstet», sagt ein Sprecher.

Ob das gesamte Semester weitgehend digital stattfinden wird, wird sich erst noch zeigen. Es hängt vor allem von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Im Moment ist geplant, dass es zumindest bis Pfingsten ein rein digitales Lehrangebot gibt. Und: «Wir gehen davon aus, dass der Großteil der Veranstaltungen auch nach Pfingsten digital ablaufen wird», sagt der Uni-Sprecher in Münster. Grund dafür sei vor allem die Planungssicherheit. So gebe es Studierende und Lehrende, die nicht in Münster lebten. Es wäre daher unfair für diejenigen, wenn plötzlich nach Pfingsten alles wieder in Präsenz stattfinde.

«Wir werden das neue Semester beginnen, wie das alte geendet hat. Das bedeutet größtenteils digital», sagt der Pressesprecher der Ruhr-Universität Bochum. Ausnahmen könne es jedoch beispielsweise für Laborveranstaltungen oder sportpraktische Kurse geben.

Und wie geht es den rund 767 100 Studierenden in NRW mit dem bereits drittem Semester während der Pandemie? «Die Sorgen sind nach Auskunft aus unserem Studierenden Service Center vor allem sozialer Art», sagt der Universitätssprecher aus Düsseldorf. Im Uni-Alltag vor Corona hätten die Studierenden Kummer und Tipps wie selbstverständlich untereinander ausgetauscht. Die Universität versuche dies nun telefonisch oder durch digitale Kanäle aufzufangen. «Aber natürlich sind die Möglichkeiten begrenzt.»

Auch an der Uni Münster scheint den Studierenden in erster Linie der soziale Austausch zu fehlen. Das ergab eine Befragung, die rückblickend auf das Sommersemester 2020 schaut. Rund 60 Prozent der Studierenden aber auch der Lehrenden hatten dort das fehlende Miteinander als größtes Manko angegeben. Mit der digitalen Lehre kommen die meisten Beteiligten der Hochschulen jedoch gut zurecht.

50 Prozent der Studierenden und 90 Prozent der Lehrenden waren insgesamt zufrieden mit der digitalen Lehre, betont die Uni Münster. 30 Prozent der Studierenden stimmten dabei neutral ab.

In Bochum berichteten die Studierenden, dass die Lehre unter Corona-Bedingungen in der Summe sehr gut laufe. «Es wird aber deutlich, dass die Studierendenschaft sehr heterogen ist. Ein Teil profitiert von der digitalen Lehre, während ein etwa gleich großer Anteil Schwierigkeiten hat», sagt der Sprecher.

© dpa-infocom, dpa:210401-99-50978/2

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