Bundestag
Wagenknecht wittert Manöver gegen ihre Bundestagskandidatur

Berlin (dpa) - Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat die vorzeitige Veröffentlichung einzelner Passagen aus ihrem neuen Buch als gezieltes Manöver gegen die von ihr angestrebte Bundestagskandidatur gewertet. «Mit aus dem Zusammenhang gerissenen, teils verfälschten Zitaten ein völlig verzerrtes Bild vom Inhalt meines Buches zu vermitteln, um meine Wiederaufstellung zu verhindern, ist kein guter Umgang miteinander», teilte Wageknecht der Deutschen Presse-Agentur mit.

Freitag, 09.04.2021, 17:57 Uhr aktualisiert: 09.04.2021, 18:02 Uhr
Sahra Wagenknecht schaut in die Kamera.
Sahra Wagenknecht schaut in die Kamera. Foto: Sina Schuldt

Wagenknechts Buch «Die Selbstgerechten» soll nächste Woche Mittwoch erscheinen. Schon eine Woche vor diesem Termin und wenige Tage vor der Entscheidung über Wagenknechts Bundestagskandidatur an diesem Samstag hatte der Linken-Bundestagsabgeordnete Niema Movassat am Mittwoch mehrere Passagen aus dem Buch auf Twitter veröffentlicht.

Es folgte Kritik von mehreren Linken-Politikern, auch aus dem Bundesvorstand. Wagenknecht verunglimpfe Bewegungen wie Unteilbar, Black Lives Matter oder Fridays for Future als «selbstgerecht», warf ihr etwa der bayerische Linken-Politiker Johannes König im «Spiegel» vor. Auch Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler kritisierte Wagenknecht: Es sei nicht zielführend, «Menschen, die sich gemeinsam mit uns für eine bessere Gesellschaft einsetzen, Vorwürfe zu machen und sie so vor den Kopf zu stoßen», sagte er.

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte Wagenknecht, sie halte diese Form der innerparteilichen Auseinandersetzung für «zutiefst unanständig». Die frühere Fraktionschefin im Bundestag kandidiert in Nordrhein-Westfalen für Platz eins der Landesliste. Die Entscheidung fällt an diesem Samstag auf einem Landesparteitag.

© dpa-infocom, dpa:210409-99-144460/2

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