NRW-Gesundheitsministerium
Genug Ersatz für Zweitimpfung nach Astrazeneca

Düsseldorf -

Das NRW-Gesundheitsministerium sieht keine Probleme bei den Zweitimpfungen der Menschen, die ihre erste Spritze gegen Corona mit dem Impfstoff von Astrazeneca erhalten haben. 

Mittwoch, 14.04.2021, 19:27 Uhr aktualisiert: 14.04.2021, 19:47 Uhr
Ein älterer Mann wird mit dem Impfstoff der Firma Astrazeneca geimpft.
Ein älterer Mann wird mit dem Impfstoff der Firma Astrazeneca geimpft. Foto: Christopher Neundorf

«NRW hat insofern vorausschauend geplant, als dass die Bestände im Lager für die Zweitimpfungen bei mit Astrazeneca Erstgeimpften ausreichen, auch wenn dieser Bestand seit kurzem bereits enorm abgebaut wird», erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch auf Anfrage. Die Zweitimpfungen bei Astrazeneca-Erstgeimpften könnten nach jetzigem Planungsstand mit einem mRNA-Impfstoff ersetzt werden. Dazu zählen die Mittel von Moderna und Biontech.

In Nordrhein-Westfalen haben gut eine Million Menschen eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten, wie aus der RKI-Impfstatistik hervorgeht. Eine Zweitimpfung mit Astrazeneca haben demnach bisher rund 1500 Menschen in NRW bekommen.

Astrazeneca werde zukünftig nur noch an die Hausarztpraxen geliefert, direkt vom Bund. Die Termine für Biontech-Erstimpfungen, insbesondere der Personengruppen Ü70, könnten auf hohem Niveau beibehalten werden, erläuterte die Sprecherin. Dem Land NRW lägen noch keine konkreten Zahlen zu den Impfmengen über den April hinaus vor. Bis Anfang Mai seien seitens des Bundes rund 820 000 Impfdosen der Firma Biontech und rund 164.000 Impfdosen der Firma Moderna angekündigt worden.

Erst Astrazeneca, dann Biontech: Wer bekommt wann welches Vakzin?

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  • EMA-Gutachten zu Johnson & Johnson erwartet

    Nach Prüfung seltener Fälle von Hirnthrombosen will die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am Dienstag  (20. April) ihr Gutachten zum Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vorlegen. Die Experten der Amsterdamer Behörde haben den Impfstoff erneut geprüft, nachdem in den USA sechs Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen aufgetreten waren. Johnson & Johnson hatte erst vor einer Woche mit der Lieferung seines Präparats in die EU-Staaten begonnen. Der Hersteller rief dazu auf, bis zur Klärung den Impfstoff nicht anzuwenden.

    Die EMA hatte aber erklärt, dass der Impfstoff uneingeschränkt eingesetzt werden könne. Die "Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern", seien höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen.

    Vor einer Woche hatten die US-Behörden die Verabreichung des Impfstoffs ausgesetzt. In den USA wurden bisher rund 6,8 Millionen Personen damit geimpft.

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  • Zweitimpfung für Jüngere nicht mit Astrazeneca

    Klarheit für mehr als zwei Millionen Menschen unter 60 Jahren, die in Deutschland bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben: Sie sollen aufgrund des sehr geringen Tromboserisikos, das offenbar eher jüngere Patienten betrifft, bei der notwendigen Zweitimpfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Auf diese Empfehlung haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern einstimmig geeinigt. Sie folgen damit dem Vorschlag der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April.

    Bei den Beratungen sei klar geworden, dass die Zweitimpfung mit einem mRNA-Imfpstoff, also dem Präparat von Biontech/Pfizer oder Moderna, eine gute Basis sei, um die Menschen wirksam zu schützen, sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek.

    Laut Bundesgesundheitsministerium haben in Deutschland aber bereits rund 2,2 Millionen Menschen unter 60 eine erste Impfung mit dem Präparat erhalten.

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  • Wie geht es mit den Jüngeren weiter?

    Sollten die sogenannten Vektorimpfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson für jüngere Personen unter 60 Jahren ungeeignet sein, droht ein Engpass: Dann steht bis Herbst nicht ausreichend mRNA-Impfstoff zur Verfügung.

    "Der deutschen Impfkampagne droht ein großes Problem, deswegen muss die Bundesregierung jetzt reagieren und sowohl mit Biontech als auch mit Curevac in neue Verhandlungen treten und mehr Impfdosen für Deutschland sichern", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl. 

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  • Astrazeneca für Über-60-Jährige

    Helmut Holtkamp (73) wird im Impfzentrum im Kreis Borken mit dem Impfstoff der Firma Astrazeneca geimpft: Menschen ab 60 Jahren können sich seit dem 3. April in Nordrhein-Westfalen einen Termin zur Impfung mit dem Wirkstoff von Astrazeneca vereinbaren. 

    Hintergrund der Empfehlung für ältere Menschen sind Fälle von Hirnvenen-Thrombosen nach einer Impfung mit Astrazeneca. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko vor allem jüngere Menschen betrifft. Bund und Länder hatten deshalb kürzlich beschlossen, dass in der Regel nur noch Menschen über 60 mit Astrazeneca geimpft werden sollen. 

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  • Astrazeneca-Imfungen im März für Jüngere gestoppt

    Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beschlossen am 30.03.2021, dass das Präparat von Astrazeneca in der Regel nur noch Menschen ab 60 gespritzt werden soll nachdem in Einzelfällen Trombosen nach der Impfung aufgetreten waren. 

    Mit dem Mittel des britisch-schwedischen Herstellers schon einiges Hin und Her: zugelassen, dann eingeschränkt, wieder erweitert, ausgesetzt, wiederaufgenommen. Dabei geht es immer wieder um Auffälligkeiten mit Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, die vor allem bei jüngeren Frauen gemeldet wurden.

    Mitte März hatte die Bundesregierung alle Astrazeneca-Impfungen nach einer Empfehlung des zuständigen Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) ausgesetzt - wie mehrere andere Länder auch. Nach erneuten Prüfungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) gaben Bund und Länder nach vier Tagen Pause dann wieder grünes Licht - aber verbunden mit neuen Warnhinweisen für Ärzte und Patienten auf das Thrombose-Risiko.

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  • Ab Freitag Impfstart für 70- bis 80-Jährige

    Von Mittwoch (8 Uhr) an können in Nordrhein-Westfalen Menschen der Geburtsjahrgänge 1948 und 1949 also ab 73 Jahren Impftermine vereinbaren. Bei den Impfungen kommen je nach Verfügbarkeit die Impfstoffe der Hersteller Biontech oder Moderna zum Einsatz.

    Wie bisher erfolgt die Terminvergabe auch für die nächsten Jahrgänge über die Terminbuchungssysteme der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV). 

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Die Gesundheitsminister beschlossen im Einklang mit der Ständigen Impfkommission, dass es für Menschen unter 60 Jahren mit einer Astrazeneca-Erstimpfung zwei Optionen gibt: Zweitimpfung mit Biontech/Pfizer oder Moderna oder Zweitimpfung mit Astrazeneca. Voraussetzung für die zweite Option ist die gemeinsame Entscheidung mit dem Arzt nach ärztlichem Ermessen, Risikoanalyse und Aufklärung. «Dies soll grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erfolgen.» Gleiches gilt für unter 60-Jährige aus den Vorranggruppen eins und zwei der Impfpriorisierung. Ansonsten soll der Astrazeneca-Impfstoff für Menschen über 60 zum Einsatz kommen.

Der Grund für die Einschränkung ist, dass es zuletzt 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach einer Astrazeneca-Impfung gab. 3,8 Millionen Mal wurde Astrazeneca inzwischen in Deutschland geimpft. Unter den 42 Fällen sind 35 Frauen - zwischen 20 und 63 Jahren. 8 Betroffene starben. - In Dänemark wird die Impfkampagne nun ganz ohne das Präparat des britisch-schwedischen Unternehmens fortgesetzt.

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