Telekommunikation
Schwere Netzwerkstörung bei NRW-Behörden behoben

Das IT-Rückgrat der NRW-Landesverwaltung war erheblich gestört. Das schränkte das Arbeiten in vielen Bereichen für mehr als einen Tag ein. Denn über das Internet laufen immer mehr Anwendungen, auch das Telefonieren. Einen Totalausfall des IT-Netzes gab es aber nicht.

Mittwoch, 21.04.2021, 14:11 Uhr aktualisiert: 21.04.2021, 14:22 Uhr

Düsseldorf (dpa/lnw) - Beschwerlicher Aktenzugriff, eingeschränkte Datenübermittlung von Corona-Zahlen an das Robert Koch-Institut und stellenweise auch Telefonprobleme: Mehr als einen Tag hat eine Störung im Netzwerk der nordrhein-westfälischen Landesverwaltung die Arbeit von Beamten und Behörden beeinträchtigt. Die Probleme konnten am Mittwochmorgen durch gemeinsame Maßnahmen mit dem Unternehmen T-Systems/Telekom behoben werden, teilte der Landesbetrieb IT.NRW mit. Ursächlich für die am Montagabend festgestellten Probleme sei die Störung einer wichtigen Telekommunikationsverbindung gewesen.

Das IT-System ist nach Angaben des Landesbetriebs am frühen Mittwochmorgen neu gestartet worden. Und die Maßnahmen seien erfolgreich gewesen. «Alle Nutzer des Landesverwaltungsnetzes können seitdem wieder störungsfrei arbeiten», sagte ein Sprecher des Landesbetriebs. An dem Landesverwaltungsnetz sind insgesamt mehr als 26 000 Telearbeitsplätze angeschlossen. «Es waren mehrere Verfahren im Landesverwaltungsnetz betroffen; einige Behörden hatten zeitweise keine Verbindung zum Landesverwaltungsnetz», erklärte der Landesbetrieb IT.NRW zu den Auswirkungen der massiven Störung.

Die schwere Störung im IT-Netz der Landesverwaltung hat sich erneut bei den veröffentlichen Corona-Zahlen in NRW niedergeschlagen. Das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) bezeichnete am Mittwoch seine eigenen Überblicksseiten zur Corona-Meldelage als Folge der technischen Störung von Montag und Dienstag als verzerrt. Im Laufe des Mittwochvormittags wurde die Rubrik auf der LZG-Homepage um einen roten Hinweis für die Leser ergänzt. «Der gestrige Meldestand war aufgrund von Störungen im Landesverwaltungsnetz verzerrt. Aus diesem Grund sind auch die heute ausgewiesenen Veränderungen auf den Überblick-Seiten der Internetseite unzutreffend», hieß es.

Am Dienstag waren allein im Bereich des Justizministeriums 30 Einrichtungen betroffen, wie ein Ministeriumssprecher sagte. So konnte die Staatsanwaltschaft Duisburg nach eigenen Angaben vom Dienstag zeitweise nicht auf Akten zugreifen. Auch sei kein Mailversand möglich gewesen. Das Telefon funktionierte aber. Betroffen war auch das Innenministerium. Ein Sprecher sagte, dass dort das Internet zeitweise nicht funktionierte. Mailversand und Telefonie blieben aber im Innenministerium am Dienstag möglich. Auch bei IT.NRW selbst lief nicht alles rund. Zwar gab es keinen Totalausfall, aber Probleme mit Videokonferenzen und Telefonie.

Von der Störung betroffen war unter anderem die Übermittlung von Corona-Fallzahlen am Montagabend durch die Gesundheitsämter an das Landeszentrum Gesundheit NRW. Dieses konnte in der Folge nur unvollständige Daten an das Robert Koch-Institut weiterleiten. Die am Dienstag veröffentlichten Daten enthielten in der Folge unter anderem keine neuen Fallzahlen für die Städte Köln, Düsseldorf oder Duisburg.

© dpa-infocom, dpa:210421-99-290472/4

Nachrichten-Ticker