Terrorismus
Verdacht der Terrorfinanzierung: Razzia in NRW und Bayern

Wurde eine Terrorgruppe in Syrien mit sechsstelligen Summen aus Deutschland bedacht? Diesem Verdacht sind Ermittler in Bayern und Nordrhein-Westfalen nun mit Durchsuchungen nachgegangen. Ihr Augenmerk gilt besonders einem Düsseldorfer Rechtsanwalt.

Donnerstag, 22.04.2021, 17:03 Uhr aktualisiert: 22.04.2021, 17:10 Uhr
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife.
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler

Düsseldorf (dpa) - Ermittler haben wegen des Verdachts der Terrorfinanzierung in Nordrhein-Westfalen und Bayern Wohnungen durchsucht. Der Verdacht richte sich gegen drei Beschuldigte im Alter von 32 bis 40 Jahren, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag auf dpa-Anfrage. Man ermittle auch wegen Betrugs- und der Untreueverdachts. Bei einem der Beschuldigten handele es sich um einen Düsseldorfer Rechtsanwalt.

Die Beschuldigten sollen seit 2019 in mittlerer sechsstelliger Höhe Spendengelder für den Verein Ansaar International oder ihm zuzuordnende Organisationen gesammelt haben. Gegen Verantwortliche des Vereins werde in einem weiteren Verfahren wegen des Verdachts ermittelt, am Bürgerkrieg in Syrien beteiligte Organisationen wie die terroristische Vereinigung «Jabhat al-Nusra» unterstützt zu haben.

Einer der Beschuldigten sei als Rechtsanwalt in Düsseldorf tätig, teilte die Generalstaatsanwaltschaft weiter mit. Er sei zudem verdächtig, treuhänderisch für Ansaar International verwaltete Geldbeträge in Höhe von rund 200 000 Euro veruntreut zu haben.

Zudem soll er sich durch falsche Angaben «Corona-Soforthilfen» in Höhe von 9000 Euro erschlichen haben. Es gelte weiterhin die Unschuldsvermutung für die Beschuldigten.

Die Ermittlungen und die Auswertung sichergestellter Beweismittel dauerten an. Die Durchsuchungen hätten im Großraum Düsseldorf und im Großraum München stattgefunden. Der «Spiegel» und der «Kölner Stadt-Anzeiger» hatten zuvor berichtet.

Der Verein Ansaar International wird vom Verfassungsschutz NRW beobachtet und im jüngsten Jahresbericht als extremistisch-salafistisch eingestuft.

© dpa-infocom, dpa:210422-99-309395/4

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