NRW
Henkel spürt Industrieflaute: Gewinn legt dennoch kräftig zu

Gewaschen und geduscht wird immer. Verbraucher verhelfen Henkel im ersten Quartal zu einem Umsatzplus. Klebstoffe in der Industrie sind dagegen weniger gefragt.

Mittwoch, 08.05.2013, 12:03 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.05.2013, 11:56 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 08.05.2013, 12:03 Uhr

Düsseldorf (dpa) - Der Persil- und Pritt-Hersteller Henkel verdient weiterhin glänzend. Allerdings bekommt der Düsseldorfer Konzern den Abschwung in einigen wichtigen Industriebranchen zu spüren. Henkel ist die weltweite Nummer eins bei Klebstoffen und daher auch vom Wohl und Weh der Konjunktur abhängig. Nur durch starke Zuwächse bei den Wasch- und Reinigungsmitteln sowie Kosmetikprodukten rund um die Marken Schwarzkopf konnte das Traditionsunternehmen in den ersten drei Monaten seinen Umsatz leicht um 0,6 Prozent auf gut vier Milliarden Euro steigern, wie Henkel am Mittwoch mitteilte.

Durch Preiserhöhungen und Kostensenkungen verbesserten sich die Gewinnmargen aber deutlich. Das um Sondereffekte bereinigte betriebliche Ergebnis (Ebit) legte um 8,9 Prozent auf 600 Millionen Euro zu. Der Überschuss nach Anteilen Dritter stieg in der gleichen Größenordnung auf 393 Millionen Euro. Alle Sparten konnten ihr Ergebnis steigern. Den größten Zuwachs erreichte der Klebstoffbereich. Auch gelang es dem Konzern, im ersten Quartal seine Schulden komplett abzutragen.

Henkel kommt vor allem seine starke Stellung in den Schwellenländern zugute, die über 40 Prozent zum Umsatz beisteuern und so auch die Rückgänge in Westeuropa mehr als ausgleichen konnten. Allerdings schwächelte das Klebstoff-Geschäft. In den ersten Monaten 2013 hätten sich einige Industriebranchen schwächer entwickelt als erwartet, sagte Vorstandschef Kasper Rorsted . Im Klebstoffgeschäft, das in erster Linie Industriezweige wie Bau, Elektronik, Transport oder Metall beliefert, sank der Umsatz um 2,8 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Dagegen legten die verbrauchernahen Henkel-Sparten zu. Am besten schnitt Henkel bei Wasch- und Reinigungsmittel ab. Der Bereich erhöhte seinen Umsatz nicht zuletzt auch dank einer guten Entwicklung in Deutschland und Frankreich um 6,3 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Impulse hätten zum Beispiel Flüssig-Waschmittelkapseln gebracht. Auch in der Kosmetik machten sich laut Henkel viele neue Produkte bezahlt. Der Umsatz legte hier um 1,4 Prozent auf 873 Millionen Euro zu.

Für das Gesamtjahr geht der Konzern weiterhin von einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld aus. Allerdings dürfte sich die Industrie in der zweiten Jahreshälfte wieder erholen. 2013 soll der Umsatz organisch um 3 bis 5 Prozent wachsen. Im ersten Quartal lag das um Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe bereinigte Plus bei 2,5 Prozent.

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