NRW
Kommission fordert mehr Demokratie in rheinischer Kirche

Bad Neuenahr (dpa/lnw) - Als Konsequenz aus dem millionenschweren Finanzskandal um das kircheneigene Unternehmen bbz hat eine unabhängige Kommission eine demokratische «Gewaltenteilung» in der rheinischen evangelischen Kirche gefordert. Die Zuständigkeiten müssten entflochten werden, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Bericht, den das Gremium der Landessynode in Bad Neuenahr vorlegte. Interessenkonflikte müssten auch auf höchster Führungsebene verhindert werden. Daher sollten auch die Zuständigkeiten des oder der Präses entflochten werden.

Montag, 07.01.2013, 11:21 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 07.01.2013, 11:11 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 07.01.2013, 11:21 Uhr

Das Oberhaupt der Evangelischen Kirche im Rheinland ist sowohl Vorsitzender der Kirchenparlaments (Synode), als auch der 16-köpfigen Kirchenleitung und des Kollegiums des Landeskirchenamts. Die Kommission unter Vorsitz des früheren Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt , Reinhard Höppner , empfahl der Synode, einen Ausschuss zu bilden, der Vorschläge zur Änderung der Kirchenordnung macht. «... Der Stolz auf diese Kirchenordnung scheint uns kein ausreichender Grund für die Ablehnung solcher Veränderungen zu sein», heißt es wörtlich in dem Bericht.

Das Beihilfe-und-Bezüge-Zentrum bbz im rheinland-pfälzischen Bad Dürkheim war durch riskante Anlagegeschäfte in an den Rand des Ruins geraten und musste von der Landeskirche mit mehr als 21 Millionen Euro gestützt werden. Dies hatte die finanziellen Rücklagen der Kirche weiter geschmälert. Die Kommission sollte prüfen, wie weit innerkirchliche Strukturen die Vorgänge ermöglicht hatten.

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