Vierte Ausstellung im Haus der Wissenschaft im Generationenpark widmet sich dem Kloster Klein-Burlo
Museum mit Überraschungseffekt

Darfeld. Der Überraschungseffekt fasziniert Dr. Wilhelm Bauhus immer wieder. Das Unerwartete, das sich dem Besucher beim Betreten des Hauses der Wissenschaft eröffnet. „Man muss eben nicht extra 50 Kilometer fahren und in ein großes Museum gehen“, lächelt er. Spannende Heimat anspruchsvoll dargestellt – bereits zum vierten Mal wird das im Generationenpark Darfeld erlebbar. Diesmal widmet sich die Ausstellung, die am Donnerstag (5. 5., Christi Himmelfahrt) eröffnet wird, der Geschichte des Klosters Klein-Burlo.

Donnerstag, 28.04.2016, 09:09 Uhr

Vierte Ausstellung im Haus der Wissenschaft im Generationenpark widmet sich dem Kloster Klein-Burlo : Museum mit Überraschungseffekt
Die Vorbereitungen für die Ausstellung über das Kloster Klein-Burlo sind abgeschlossen: (v. l.) Andreas Wessendorf (Uni Münster), Dr. Reinhold Hülsewiesche, Benedikt Graf Droste zu Vischering, Erbdroste, Alfred Eimers, Dr. Wilhelm Bauhus (Uni Münster). Foto: Frank Wittenberg

Was den Leiter der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster besonders begeistert, ist die Art der Spurensuche, die Wissenschaftler und engagierte Darfelder erneut zusammengeführt hat. Wie schon bei der Asphalt-Ausstellung, den Quellen der Baumberge und zuletzt den X-Orten. „Auf einem Acker haben wir begonnen“, erinnert sich Dr. Bauhus gerne an die Aktion mit rund 250 Schülern, die den Grundriss des früheren Zisterzienserklosters in der Darfelder Bauerschaft Geitendorf nachgestellt haben. Danach seien immer mehr Informationen zusammengetragen worden – von den Wissenschaftlern der Uni Münster, aber auch von den Darfeldern. „So wird die Geschichte für eine große Zahl der Bevölkerung interessant und begreifbar“, freut sich Dr. Bauhus.

Alfred Eimers und Dr. Reinhold Hülsewiesche zählen zu diesen Spurensuchern, die sich auf Initiative von Ideen für Darfeld, Heimatverein und Förderverein Generationenpark intensiver mit der Entwicklung des Zisterzienserklosters Klein-Burlo beschäftigt haben. Das wurde Mitte des 14. Jahrhunderts gegründet und in seinen letzten Jahren bis 1804 von Trappistenmönchen aus Frankreich übernommen. Heute sind bis auf wenige Nebengebäude wie Mühlen und dem alten Brauhaus keine sichtbaren Überreste mehr vorhanden. „Das Kloster ist zwar auf alten Karten präsent, es gibt aber kein echtes Bild aus der damaligen Zeit“, erklärt Alfred Eimers. Dennoch ist anhand alter Pläne und der vor drei Jahren erstellten Luftaufnahmen ein Modell angefertigt worden, das einen Eindruck verschaffen soll.

Die Ausstellung wird darüber hinaus mit zahlreichen Details aufwarten. „Wir haben zum Beispiel einen Sandstein und glasierte Keramiksteinschen aus der damaligen Zeit gefunden“, erläutert Eimers. Fotos von alten Urkunden gibt es, natürlich vom „berühmten“ Poaters Pättken und von einigen „Kloster-Schätzen“, die nach der Auflösung verkauft und in der Nähe wieder aufgetaucht sind. „Außerdem zeigen wir den Altar-Weihestein, der im vergangenen Jahr im Keller des Pastorates in Eggerode gefunden wurde“, so Eimers. Im Obergeschoss ist der Chorraum der Mönche nachempfunden, untermalt mit Klangerlebnissen wie einem gregorianischen Zisterzienser-Gesang, den Regeln des heiligen Benedikt oder dem originalen Geläut der damaligen Klosterglocke: „Sie hängt seit rund 200 Jahren in der Asbecker Kirche.“

All das und mehr wird den Sommer über im Haus der Wissenschaft zu sehen sein – kostenlos und durchaus überraschend für viele RadBahn-Nutzer, die ihre Pause im Darfelder Generationenpark spontan mit einem „Museumsbesuch“ verbinden können. „Durch und durch wissenschaftlich und liebevoll aufbereitet“, betont Dr. Wilhelm Bauhus. „Hier kommt das Museum zu den Leuten.“

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