Gemälde in der Darfelder Kirche weist auf den Ursprung der Partnerschaft mit Entrammes hin
Sichtbares Zeichen der Freundschaft

Darfeld. Vorsichtig heben Alfred Eimers und Lothar Hentz das Gemälde „Abschied Jesu von seinen Jüngern“ von der Wand über der Sakristei-Tür. Ein Kraftakt, denn das Bild misst mit Rahmen rund 2,40 mal 1,85 Meter. Vermutlich seit 1846 hängt es in der St.-Nikolaus-Kirche in Darfeld – diesmal aber richtet sich das Interesse auf die mit dünnen Isolierplatten versehene Rückseite. „Dieses Bild hat Clemens August Droste zu Vischering als Dank dafür erhalten, dass die gräfliche Familie den Trappisten aus Frankreich Anfang des 19. Jahrhunderts Asyl in Darfeld gewährt hat“, weiß Eimers – und eben diese Trappisten sind der Ursprung der deutsch-französischen Partnerschaft zwischen Rosendahl und Entrammes, Parné-sur-Roc und Forcé, die mit dem Treffen in der kommenden Woche einen weiteren Höhepunkt erfährt.

Freitag, 29.04.2016, 17:12 Uhr

Gemälde in der Darfelder Kirche weist auf den Ursprung der Partnerschaft mit Entrammes hin : Sichtbares Zeichen der Freundschaft
Spurensuche mit einem alten Gemälde: (von links) Alfred Eimers, Dr. Reinhold Hülsewiesche, Lothar Hentz und Benedikt Graf Droste zu Vischering, Erbdroste, mit dem Bild „Abschied Jesu von seinen Jüngern“. Fotos: fw Foto: az

Tatsächlich ist auf der Rückseite des Holzrahmens der Schriftzug zu finden: „Dieses Bild schenkte die Geistlichkeit Frankreichs dem Erzbischof von Cöln Clemens August Droste zu Vischering Anno 1840“. Die Familie habe sich damals massiv für die Katholische Kirche eingesetzt, die schwere Zeiten erlebt habe, berichtet Benedikt Graf Droste zu Vischering, Erbdroste, über seine Vorfahren: „Clemens August war auch an der Klostergründung auf dem Rosenthal beteiligt.“ Damals sei das Kreuz errichtet worden, das als Vertrag für das Kloster auf dem Gelände gedient habe. Dort lebten die Trappisten für mehrere Jahre, nachdem sie auf abenteuerliche Weise die Flucht aus Frankreich hatten antreten müssen. „Sie waren erst in der Schweiz, sind dann in den Osten bis Russland gezogen und anschließend in den Norden, bis sie in Darfeld die Ruhe gefunden haben“, erläutert Dr. Reinhold Hülsewiesche. 1795 ist das Kloster auf dem Rosenthal gegründet worden, 1804 folgte die Anpachtung von Klein-Burlo. 1814 sind die ersten Trappisten nach Frankreich zurückgekehrt und haben dort 1815 das Trappistenkloster „Port du Salut“ in Entrammes gegründet. Die letzten Mönche und Nonnen, die zum Teil in die Abtei nach Laval kamen, haben 1825 Darfeld verlassen.

15 Jahre später kehrten einige französische Geistliche aber für einen Besuch nach Darfeld zurück und brachten eben dieses Gemälde mit, 1837 gemalt von Eduard Hauser. „Dieses Bild hat die gräfliche Familie einige Jahre später der Pfarrkirche geschenkt“, erklärt Alfred Eimers. Dort hängt es, auch als sichtbares Zeichen der deutsch-französischen Partnerschaft – und das an historischer Stelle, weiß der Erbdroste: „An dieser Wand hat sich früher die gräfliche Empore befunden.“

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