Leader-Projekt „Jobcoach“ bei Unternehmer-Frühstück vorgestellt / Infos über den Pflegekoffer
Flüchtlinge in den Beruf bringen

Rosendahl. Die Flüchtlinge unterzubringen und die ersten Maßnahmen zur Integration anzugehen, sei die höchste Priorität gewesen. Jetzt aber, kündigte Christoph Gottheil an, sei es Zeit, den nächsten Schritt zu gehen. „Wir müssen versuchen, diese Menschen auch in Arbeit zu vermitteln“, betonte der Bürgermeister vor über 30 Firmenvertretern, die sich gestern zum Unternehmer-Frühstück im Rathaus eingefunden hatten. Ein Weg dazu könnte das Projekt „Jobcoach für Flüchtlinge“ im Rahmen der Leader-Initiative sein, das Jochen Schwenken vom Havixbecker Modell vorstellte.

Samstag, 14.01.2017, 15:55 Uhr

Leader-Projekt „Jobcoach“ bei Unternehmer-Frühstück vorgestellt / Infos über den Pflegekoffer : Flüchtlinge in den Beruf bringen
Informierten gestern beim Unternehmer-Frühstück im Rathaus: (von links) Wirtschaftsförderer Herbert Kortüm, Jochen Schwenken (Havixbecker Modell), Dr. Kirsten Tacke-Klaus (wfc), Fachbereichsleiter Wolfgang Croner, Bürgermeister Christoph Gottheil. Foto: Frank Wittenberg

Der Bedarf ist zweifellos vorhanden. Von den zurzeit 187 in Rosendahl untergebrachten Asylsuchenden seien allein 36 zwischen 18 und 25 Jahren, berichtete Wolfgang Croner , Leiter des Fachbereiches Ordnung und Soziales im Rathaus. „Wir haben teilweise sehr fitte Leute dabei, die auch entsprechende Angebote wahrnehmen würden.“ Damit sei wohl nicht der Fachkräftemangel in den Griff zu bekommen, machte Croner deutlich: „Aber es gibt unter ihnen sicherlich Personen, die für eine Ausbildung in Frage kommen.“

Als Bindeglied zwischen den Flüchtlingen und den Unternehmen sieht sich das Jobcoach-Projekt des Havixbecker Modells, das in Coesfeld bereits auf den Weg gebracht ist und nun auch für die vier Baumberge-Kommunen Billerbeck, Havixbeck, Nottuln und Rosendahl aufgelegt werden soll. „Geplant ist eine Vollzeitstelle, die für alle Seiten als Ansprechpartner fungiert und mit den Behörden zusammenarbeitet“, erklärte Jochen Schwenken. Denn Probleme werden immer zu lösen sein, sei es bei Sprache, Mobilität oder Erwartungen. „Genau da wollen wir die Unternehmen unterstützen.“

Die Kosten für das Projekt werden, sofern es zustande kommt, zu 65 Prozent aus Leader-Mitteln gedeckt, sprich 134 000 Euro. Als Träger würde das Havixbecker Modell zehn Prozent übernehmen. Weitere 25 Prozent der Kosten, so Schwenken, müssen über Drittmittel finanziert werden. Eine Zusage über 10 000 Euro liege bereits von der Sparkasse Westmünsterland vor. Weitere 12 000 Euro pro Kommune für eine Laufzeit von 2,5 Jahren müssten noch aufgebracht werden – ob wie in Coesfeld durch Unternehmen oder die Politik, müsse geklärt werden, so Christoph Gottheil , der aus den Reihen der Unternehmer das Signal mitnahm, sich eine Zusammenarbeit im Jobcoach-Projekt vorstellen zu können.

Nach der Vorstellung des Pflegekoffers durch Dr. Kirsten Tacke-Klaus von der wfc (weiterer Bericht) zog der Bürgermeister ein positives Fazit des ersten Unternehmer-Frühstückes, auch wenn die Resonanz sicherlich noch besser hätte sein können. „Trotzdem nehme ich mit, dass wir solche Veranstaltungen gerne wiederholen können“, so Gottheil. Für Fragen und Anregungen dazu stehen er sowie Wirtschaftsförderer Herbert Kortüm im Rathaus gerne zur Verfügung.

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