Iveco Strator fährt bei der Firma Potthoff Baustoffe / Holger Brunk genießt als Fahrer ein Privileg
Mächtige Motorhaube beeindruckt

Rosendahl. Das ist keine leichte Aufgabe! Tag für Tag ist dieser 2011-er Iveco Strator mindestens 500 Kilometer unterwegs. Schleppt tonnenweise Kies und Sand vom Sand- Kieswerk zu Betonwerk.

Freitag, 07.04.2017, 12:43 Uhr

Iveco Strator fährt bei der Firma Potthoff Baustoffe / Holger Brunk genießt als Fahrer ein Privileg : Mächtige Motorhaube beeindruckt
Der Iveco Strator ist bei der Firma Transportbeton Potthoff ausschließlich im Pendelverkehr unterwegs. Foto: Norbert Böwing

Und dabei sieht es auf den ersten Blick doch so aus, als wäre er (sich) für diesen Job eigentlich viel zu schade. „Alles kein Problem! Er macht diese Arbeit bei uns wie jeder andere Lkw. Nur mit dem Unterschied, dass die Leute ihm alle nachschauen und sich unseren Namen merken. Das ist gut fürs Geschäft“, sagt Achim Potthoff, Chef der gleichnamigen Beton-Unternehmensgruppe in Rosendahl.

50 Betonmischer und 60 Sattelzugmaschinen sind für die Firma mit zehn Standorten im Bundesgebiet unterwegs, aber der Iveco Strator hat es dem Chef besonders angetan.

„Ich habe ihn beim Vorbeifahren bei alga in Sittensen gesehen und wusste sofort, den muss ich haben“.

Eigentlich unterscheidet sich der Strator auch nicht großartig vom Schwestermodell Stralis, wäre da nicht die mächtige Motorhaube. Umgebaut wurde dieses Modell bei CFG in den Niederlanden. Ganz nach dem Vorbild der von Iveco in Australien gebauten Powerstar-Hauber.

450 PS hat der Strator unter der Haube und verzichtet dabei bewusst auf jeden Schnickschnack. Allerdings führt der auf 5130 Millimeter verlängerte Radstand unweigerlich zu einem beachtlichen Fahrkomfort, wenngleich sich dadurch natürlich automatisch auch der Wendekreis vergrößert.

Weil gerade Baustellen-Lkw und Betonmischer im Alltag hart rangenommen werden, hat Achim Potthoff für den Neuen im Fuhrpark auch einen besonderen Job gefunden. Der Strator ist ausschließlich im Pendelverkehr unterwegs und verdreht unterwegs Lkw-Fahrern die Augen. Und bewegen darf ihn auch nur ein einziger Fahrer.

Es ist Holger Brunk, der seit mehr als 20 Jahren als Berufskraftfahrer unterwegs ist. Warum gerade er? „Der Chef hat wohl gesehen, dass ich meine Lastwagen immer besonders pflege und gut mit ihnen umgehe. Eines Tages hat er mich angerufen und gesagt: Ich hab da was für dich. Lass dich überraschen.“ Und die Überraschung war für den 50-jährigen „der absolute Hammer“, wie er beschreibt: „Ich habe mich wirklich wie ein kleines Kind gefühlt, denn von so einem Lkw habe ich immer geträumt“. Auch an seine erste Fahrt mit dem Iveco Strator erinnert sich Brunk noch gut: „Ich hatte ganz feuchte Hände und war echt nervös. Aber an die lange Motorhaube gewöhnt man sich ganz schnell. Und schon bei der zweiten Fahrt war es wie mit jedem anderen Lastwagen. Dabei habe ich allerdings auch den großen Vorteil, dass ich mit dem Lkw nicht auf enge Baustellen oder ins Gelände muss.“

Im Vergleich zum Stralis bringt der Strator gerade mal 280 Kilo mehr auf die Waage und zieht einen dreiachsigen Sattelauflieger von Fliegl hinter sich her. Der einzige Luxus, den sich Zugmaschine und Auflieger leisten, sind HS-Chromblenden auf den Rädern. „Wir wollen mit ihm zeigen, dass sich auch schöne Lastwagen für die ganz normale Arbeit eignen“, argumentiert Firmenchef Achim Potthoff.

Klar, ein wenig Lkw-verrückt ist Achim schon. Denn in seiner Sammlung stehen gleich mehrere historische Nutzfahrzeuge, wie sie bei den Potthoffs einmal im Einsatz waren.

Und er hat großen Spaß daran: „Wir nutzen diese Fahrzeuge, um sie zum Beispiel bei der Eröffnung von Baumärkten zu zeigen. Die Leute bleiben ungläubig davor stehen und geraten automatisch ins Schwärmen. Dann schwelgen sie in Erinnerungen und plötzlich wird ihnen bewusst, was diese Lkw alles schon geleistet haben.“

Doch zurück zu Fahrer Holger Brunk, für den jede Tour mit dem Iveco Strator „der reinste Genuss“ ist und der an manchen Tagen sogar bis zu 700 Kilometern unterwegs ist.

Dass die Zugmaschine in Kommunal-Orange andere Abmessungen hat, daran hat er sich längst gewöhnt. Und auch daran, dass der Auflieger einen Meter länger ist. Wirklich erstaunlich aber ist für ihn, dass sich der Hauber im Alltag als absolut problemlos erweist.

Und was sagen die Kollegen? „Die sind auch alle begeistert und haben mich schon oft gefragt, ob sie ihn auch mal fahren dürfen.“

Aber in dieser Beziehung ist und bleibt Holger knallhart. „Kommt gar nicht infrage. Was glaubt ihr, was los ist, wenn da einer von euch eine Macke dran fährt“.

Ja, der Strator ist wirklich sein Heiligtum. Aber er weiß auch ganz genau, dass Ersatzteile für diesen exotischen Lkw nun auch mal ein bisschen teurer sind.

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