Taulant Haxhikadrija spielt im Rathauskonzert in Osterwick mit Deborah Rawling eine Sonate von Poulenc
„Keine Volksmusik ohne Klarinette“

Osterwick. Taulant Haxhikadrija freut sich riesig auf seinen ersten öffentlichen Auftritt im Bereich der hiesigen Musikschule. Der Klarinettist, der seine Wurzeln im Kosovo hat, spielt am Montag (19. 2.) im Rathauskonzert in Osterwick gemeinsam mit Deborah Rawlings (Klavier) ein Werk des französischen Komponisten Francis Poulenc (1899-1963): die Sonate für Klarinette und Klavier.

Mittwoch, 14.02.2018, 10:40 Uhr

Taulant Haxhikadrija spielt im Rathauskonzert in Osterwick mit Deborah Rawling eine Sonate von Poulenc: „Keine Volksmusik ohne Klarinette“
coe31musikschule: neuer Lehrer an der Musikschule, Klarinetten-Unterricht wird von Taulant Haxhikadrija angeboten Foto: az

Haxhikadrija zeigt sich begeistert, dass dieses Stück die komplette Palette von Pianissimo bis Fortissimo bietet. „Das Tempo ist zum Schluss recht flüssig und spiegelt ein bisschen etwas vom Zirkusleben wider“, sagt der Münsteraner. Das Stück entspreche seinem Temperament. Denn schließlich sei er auf dem Balkan aufgewachsen. „Dort spielt Volksmusik – auch im Alltagsleben – eine wichtige Rolle“, sagt der Klarinettist.

Seit Mitte 2017 gehört der 31-Jährige zum Team der Musikschule und ist als Klarinettist, Instrumentallehrer und Orchesterleiter im Münsterland tätig.

Bereits im Alter von acht Jahren hat er in seiner Heimat – im Kosovo – angefangen, Klarinette zu spielen. Sein acht Jahre älterer Bruder hat sich damals entschieden, Geige zu spielen. „Ohne Klarinette und Geige würde es keine Volksmusik geben“, zeigt sich Haxhikadrija überzeugt. Deshalb habe es ihn überhaupt nicht verwundert, dass er sich bereits in jungen Jahren für die Klarinette interessiert habe.

„Unsere Eltern hatten überhaupt nichts mit Musik zu tun“, verrät Haxhikadrija. Umso dankbarer sei er, dass sie ihm im Alter von 14 Jahren den Besuch eines Musikinternats in Pristina, in der Hauptstadt des Kosovo, ermöglicht haben. „Das war eine echte Herausforderung für mich, auch weil ich das erste Mal weit weg von zu Hause war.

Vor zwölf Jahren ist er nach Deutschland gekommen, um in Münster das Fach Klarinette zu studieren. Das Musikstudium in Deutschland habe einen sehr guten Ruf, begründet er seine Entscheidung, die Heimat verlassen zu haben. Bereits seit zehn Jahren gibt er sein Wissen an seine Schüler weiter. Heute unterrichtet er in der Musikschule Schüler im Alter von sechs bis 60 Jahren. „Es ist nie zu spät, ein Musikinstrument zu erlernen“, sagt Taulant Haxhikadrija, der sich wegen seines für Deutsche schwer auszusprechenden Vornamens am Telefon oft nur Taulant nennt. Haxhikadrija gehe tatsächlich auf den Hadsch, die islamische Pilgerfahrt nach Mekka, zurück, sagt er. Sein Vorname Taulant erinnere an einen alten albanischen Stamm.

Neben Poulenc werden beim Rathauskonzert in Osterwick auch Stücke von Robert Schumann (1810-1856), Frédéric Chopin (1810-1849), Peter I. Tschaikowsky (1840-1893), Sergej Rachmaninoff (1873-1943) und Norbert Linke gespielt. Mitwirkende des Konzerts sind neben Taulant Haxhikadrija und Deborah Rawling auch Anna Stasevich (Violoncello), Michael Lippert (Klavier), Alexander Sternemann (Klavier), Barbara Adams (Gesang), Arndt Winkelmann (Gesang) und Andrea Klusmann (Klavier).

Karten für das Rathauskonzert am Montag (19. 2.) um 19.30 Uhr in Osterwick gibt es an der Abendkasse.

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