Rosendahl
Den Kronen soll es an den Kragen gehen

Rosendahl. Bäume im Straßenraum, das verträgt sich nicht immer gut – und das wird nicht nur an der B 474 in Holtwick deutlich, wo das Wurzelwerk schon seit Jahren für Probleme sorgt. „Wir haben nach Hinweisen von Bürgern auch andere Standorte untersucht, an denen Schäden im Gehwegbereich auftreten und zudem die Menge an Laub, Blüten oder Früchten für Belastungen bei den Anliegern sorgt“, erklärt Anne Brodkorb, Leiterin des Fachbereiches Planen und Bauen im Rathaus. Eine mögliche Lösung könnte laut Vorschlag der Verwaltung ein Rückschnitt der Kronen sein – diskutiert wird das im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss.

Freitag, 14.09.2018, 09:42 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 13.09.2018, 21:35 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 14.09.2018, 09:42 Uhr
Rosendahl: Den Kronen soll es an den Kragen gehen
Foto: az

Auf der Grundlage der Bürgerhinweise sind verschiedene Stellen durch Baumkontrolleur Stefan Averesch und einem Sachverständigen aus Lengerich genau unter die Lupe genommen worden: zwei Linden im Klockenbrink sowie acht Baumhasel im Haselhof in Osterwick und drei Linden an der Billerbecker Straße in Darfeld. „In allen Fällen haben wir das Problem, dass die Wurzeln weit in das angrenzende Pflaster oder die Anliegergärten ragen“, erläutert Anne Brodkorb. Dadurch seien Anhebungen der Wege entstanden, teilweise rage das Wurzelwerk auch dicht an Versorgungsleitungen.

Die betreffenden Bäume einfach zu fällen, hält die Fachbereichsleiterin für nicht sinnvoll, zumal sie allesamt sehr gesund seien und das Straßenbild prägten. „Außerdem haben wir eine Vielzahl vergleichbarer Standorte im gesamten Gemeindegebiet“, betont sie. Wenn also mit Fällaktionen begonnen werde, könne ein Präzedenzfall für zahlreiche andere Stellen geschaffen werden. „Gemeindliche Bäume sollten grundsätzlich nur dann gefällt werden, wenn durch eine Begutachtung nachgewiesen wird, dass die Standsicherheit der Bäume nicht mehr gegeben ist.“

Eine mögliche Alternative, die auch der hinzugezogene Sachverständige und Baumkontrolleur Stefan Averesch empfehlen, ist ein Rückschnitt der Krone, um das Wachstum dauerhaft zu beschränken – um etwa 30 Prozent der jetzigen Größe. „Das würde auch die Belastungen für die Anlieger durch Laub und Blüten verringern“, erläutert Anne Brodkorb. „Zudem könnte so ein weiteres Wurzelwachstum eingedämmt werden.“ Ein Einkürzen der Wurzeln sei im gewissen Umfang ebenfalls möglich, allerdings dürfe die Standfestigkeit der Bäume dadurch nicht gefährdet werden.

Dem Ausschuss schlagen Anne Brodkorb und Stefan Averesch vor, eine Dringlichkeitsliste zu erstellen und Jahr für Jahr weitere Standorte in den Blick zu nehmen. Für 2019 könnten demnach die bereits untersuchten Bäume am Klockenbrink, am Haselhof und an der Billerbecker Straße beschnitten werden und zusätzlich die Linden auf dem Elsen in Osterwick.

Für die Linden entlang der B 474 (Legdener Straße) in Holtwick soll in Kürze ein eigenes Konzept erarbeitet werden, fügt die Fachbereichsleiterin hinzu. Weil dort der Landesbetrieb Straßen.NRW Baulastträger sei, könne die Gemeinde nicht im Alleingang tätig werden: „Wir werden aber noch im Herbst gemeinsam besprechen, welche Lösung dort möglich ist.“ 7 Der Planungs-, Bau- und Umweltausschuss diskutiert über das Thema am Donnerstag (20. 9.) um 19 Uhr in öffentlicher Sitzung im Rathaus.

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