Rosendahl
Ein Ja mit lautem Grummeln

Rosendahl. Als sich die Situation nach fast zwei Stunden zu einem unlösbaren Knoten einzudrehen schien, bezog der Bürgermeister deutlich Stellung – für den Wegebau im Rahmen der Vereinfachten Flurbereinigung Darfeld, für eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde. „Ich möchte, dass Rosendahl sich entwickeln kann“, betonte Christoph Gottheil vor dem Gemeinderat. „Diese zwölf Kilometer Wirtschaftswege gehören dazu.“ Eine Ansicht, die der Rat schließlich mit großer Mehrheit teilte.

Samstag, 15.09.2018, 13:40 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 14.09.2018, 16:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Samstag, 15.09.2018, 13:40 Uhr
Rosendahl: Ein Ja mit lautem Grummeln
Der Hennewicher Feldweg, der sich besonders bei Regenwetter oft in einem sehr schlechten Zustand präsentiert, soll ausgebaut und mit der L 580 (Horstmarer Straße) im Westen sowie der RadBahn hinter Höpingen im Osten verbunden werden. Foto: Bezirksregierung Münster

In der umfangreichen Diskussion zuvor hatten sich zwei Streitpunkte herauskristallisiert: Müssen die Verbindungen, darunter speziell der Hennewicher Feldweg, tatsächlich so perfekt ausgebaut werden? Und muss oder darf die Gemeinde dabei den 20-prozentigen Eigenanteil der Teilnehmer an der Flurbereinigung übernehmen? „Das hat es in den anderen Ortsteilen auch nicht gegeben“, wiederholte Winfried Weber (Grüne) seine Kritik. „Wir schaffen eine Ungerechtigkeit.“

Der Ausbau: Entgegen der ursprünglichen Planung (7,9 km Wegeausbau und 2,3 km Neubau) sollen nun 9,6 Kilometer aus- und 2,5 Kilometer neu gebaut werden. „Wir benötigen auf einem Hof in Oberdarfeld eine Umfahrung, weil der Weg bisher mitten zwischen den Stallgebäuden verläuft“, erläuterte Birgit Kehl von der Bezirksregierung. Zudem mache der Ausbau des Hennewicher Feldweges Sinn, der besonders bei schlechtem Wetter kaum nutzbar sei. Wichtig sei die Maßnahme, weil auch viele Landwirte aus Höpingen eben diesen Weg nutzen, um zu ihren Flächen zu kommen, denn zwei Unterführungen unter der RadBahn seien für die Maschinen mangels Breite und Höhe nicht nutzbar.

Die Sorge: Ein gut ausgebauter Hennewicher Feldweg, so schön er auch für Radfahrer sei, könnte zum Schleichweg und zur Rennstrecke zwischen der Laerer Bauerschaft Altenburg und der Horstmarer Straße in Rockel mutieren – diese Befürchtung äußerten Anlieger in der Einwohnerfragestunde. Eine Ansicht, die Klaus-Peter Kreutzfeldt für die SPD-Fraktion teilte: „Wir bekommen hier Luxuswege für Insider, das wollen wir nicht.“ Der Ausbaustandard mit einem 3,5 Meter breiten Asphaltweg und jeweils 0,75 Metern befestigtem Streifen an beiden Seiten sei in der Richtlinie für den ländlichen Wegebau festgelegt, erklärte Dagmar Bix (Bezirksregierung).

Die Finanzierung: Für die 20-prozentige Übernahme des Eigenanteils – 80 Prozent der Kosten werden durch Fördermittel von EU, Bundesrepublik und Land NRW gedeckt – hatte der Rat schon vor einem Jahr mit großer Mehrheit gestimmt. Nun ging es um die Übernahme für die neu geplanten Maßnahmen, wodurch der Betrag für die Gemeinde auf rund 367 000 Euro steigt. „Wir machen dafür ein gutes Geschäft“, urteilte Franz-Josef Schulze-Baek (CDU). „Wenn wir die Wege selbst ausbauen würden, müssten wir deutlich mehr bezahlen.“ Das bestätigte auch der Bürgermeister, der zudem auf die Maßnahmen im Hinblick auf Erosionsschutz bei Hochwasser hinwies: „Was hier unternommen wird, dient allen.“

Der Gemeinderat beschloss bei 21 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen von Winfried Weber, Hermann Reints (Grüne) und Martin Branse (fraktionslos) und einer Enthaltung von Frederik-Maximilian Lethmate die Übernahme des Eigenanteils in Höhe von rund 367 000 Euro. | Kommentar

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