Rosendahl
Keine Furcht vor dem Tabuthema

Rosendahl. Das Thema kommt gewiss nicht als leichte Unterhaltung daher, für die Autorin selbst ist es aber eine logische Konsequenz. Denn „Emails vom Tod“ sei zwar eine fiktive Geschichte, aber selbstverständlich mit eigenen Erfahrungen gespickt. „Man kommt dem Tod unweigerlich nahe, wenn man mit Mukoviszidose aufwächst und eine Organtransplantation erhält“, sagt Inka Nisinbaum. In „Ich bin noch da“ hatte sie ihre bewegende Lebensgeschichte erzählt – jetzt, in ihrem zweiten Buch, nähert sich die 39-Jährige erneut auf ihre ganz eigene Art und Weise diesem Thema.

Freitag, 12.10.2018, 10:06 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 17:27 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 10:06 Uhr
Rosendahl: Keine Furcht vor dem Tabuthema
Mit „Emails vom Tod“ legt Inka Nisinbaum ihr zweites Buch vor. Foto: az

Seit einigen Jahren lebt Inka Nisinbaum mit ihrem Mann und ihrem fast fünfjährigen Sohn Noam in den USA. Für den Dezember hat sie wieder einen Besuch bei ihren Eltern in Holtwick geplant – ihr neuestes Werk wird sie dann im Gepäck haben, das aber auch schon jetzt in Deutschland erhältlich ist. Ein Buch, das dazu anregen soll, mit der Familie oder den Freunden vielleicht doch einmal über den Tod zu sprechen. „Viele von uns fürchten sich davor, darüber zu reden“, weiß Inka Nisinbaum. „Es ist wie es ist, früher oder später werden wir ihm alle begegnen – und wäre es da nicht schöner, wenn wir vorbereitet sind?“

In „Emails vom Tod“ erzählt die Autorin die Geschichte von Lina Kampmann, die plötzlich eine Email von Beate Klein erhält – der Sekretärin des Todes. Der Inhalt: Sie hat nur noch drei Monate zu leben. Nachdem Lina zunächst an einen schlechten Scherz denkt, erhält sie nur drei Tage später die Diagnose inoperabler Hirntumor. Lina schreibt zurück, an den Tod persönlich, und mit jeder ausgetauschten Email lernt sie ihn ein bisschen besser kennen. Auf viele Fragen findet sie Antworten: Warum ich? Warum ausgerechnet ein Hirntumor? Was tun, wenn man nur noch drei Monate zu leben hat? Nur eine Frage bleibt bis zum Ende offen: Wird der Tod für sie eine Ausnahme machen?

Mit diesem Buch kratzt Inka Nisinbaum tief an ihrer eigenen Lebensgeschichte. „Es beruht auf meinen Erfahrungen und gedanklichen Auseinandersetzungen mit dem Tod“, erklärt die Diplom-Psychologin, die mit der Diagnose Mukoviszidose geboren wurde – einer genetischen Erkrankung, die vor allem die Lungenfunktion beeinträchtigt und zu einem verfrühten Tod führt. Mit 21 Jahren konnte nur noch eine doppelte Lungen- und Lebertransplantation ihr Leben retten. Auf diese Operation musste sie 15 Monate lang warten. „In der Zeit ist mir der Tod ein paar Mal beängstigend nahe gekommen“, erzählt die 39-Jährige. „Deshalb habe ich mich damals viel mit dem Thema Sterben und Tod beschäftigt.“

Für sie habe der Tod eine Ausnahme gemacht, sagt sie. Dennoch sei er ihr Thema geblieben. „Mir hat es in meinen schwersten Stunden immer geholfen, über den Tod zu reden, ihn als Teil des Ganzen zu akzeptieren“, erklärt Inka Nisinbaum. „Das ist etwas, was ich mit Hilfe meines Buches gerne an meine Leser weitergeben möchte.“ 7 Das Buch „Emails vom Tod“ von Inka Nisinbaum ist in der CreateSpace Independent Publishing Platform erschienen und über amazon.de zu bestellen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6116834?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker