Rosendahl
Chaos perfekt in Szene gesetzt

Osterwick. Franz Reiser (Franz-Josef Wilkes) und Sohn Bernd (Thomas Wolfert) sind verwundert: Ehefrau Hedwig (Andrea Voss-Teupe) hat offenbar kein Gefühl für die Länge einer Tischdecke: „Die passt ja gar nicht“, rätselten die beiden während der Vorbereitungen zu den großen Festivitäten. Und das kurz, bevor sich die ersten Gäste zu Opa Ludwigs 75. Geburtstag angekündigt haben.

Montag, 21.01.2019, 17:49 Uhr aktualisiert: 21.01.2019, 18:20 Uhr
Rosendahl: Chaos perfekt in Szene gesetzt
Ausgelassene Stimmung herrschte beim plattdeutschen Theater im Saal des Hauses Grüner in Osterwick. Foto: az

Die Besucher der Premiere des plattdeutschen Schwanks „Je öller desto duller“ von Regina Rösch, den die plattdeutsche Spielschar Osterwick aufgeführt hat, konnten sich vor Lachen kaum auf ihren Plätzen halten.

„So eine Premiere haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Wir waren und sind auch für die weiteren Vorstellungen ausverkauft. Ein super Publikum, textsichere Schauspieler – und zum Schluss sogar standing ovations! Ein super kurzweiliges Stück“, war Spielleiter Gregor Leutermann sichtlich begeistert von der diesjährigen Resonanz.

Plattdeutsches Theater in Osterwick

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Das Publikum lachte lauthals, als Hedwig Reiser über den Stapel Teller stolperte, den Sohn Bernd vorher in seiner Schusseligkeit auf dem Boden platziert hatte. Statt Mitgefühl von ihrem Mann erwarten zu können, freute sich dieser bloß tierisch über seine wiedergefundene Kravatte, die er zur Stabilisierung unter ein Bein des Tisches gequetscht hatte. „Den Arm renken wir wieder ein“, schaute er seine Ehefrau an, die geschockt zurückwich.

Die Sorgen über die Klöße für die Gäste siegten schließlich über die Schmerzen von Hedwigs gebrochenem Arm. Deswegen nahm sich Bernd, der weder der Hellste noch der Schnellste war, der kulinarischen Herausforderung an und bereitete sie aus einer Fertigmischung zu, nachdem Franz sich zuvor auf den alten Kloßteig gesetzt hatte.

Gekonnt gab Bernd – Pi mal Daumen – einen halben Liter Wasser aus der Gießkanne dazu: „Vater, die werden nicht dick“, guckte er verdutzt. „Vielleicht verdunstet ja noch was“, überlegte er nicht lange und rührte eifrig weiter.

Das Chaos hatte begonnen, als Franz und Bernd die festliche Girlande mehr schlecht als Recht aufhängten und Franz sich dabei auf den Daumen schlug. „Die bleibt jetzt so hängen oder sie fliegt ganz raus“, hatte Franz Reiser wütend gerufen.

Zu allem Überfluss hatte sich jetzt aber auch noch der schläfrige Opa Ludwig (Ludger Böwing) als Geburtstagskind noch nicht angezogen: Er funkte lieber den ganzen Abend zu seinen außerirdischen Freunden auf der Venus. „Aber heute Nacht war der Empfang schlecht“, stellte er fest.

Als dann die ersten Gäste kamen, hielt Opa Ludwigs Hose keinem einzigen Handschlag stand und rutschte regelmäßig wieder herunter, was die Geburtstagsgäste jedes Mal aufs Neue abschreckte.

„Es hat sich hier nix geändert. Es sieht aus wie bei den Hottentotten“, platzte es aus Hedwigs Schwägerin Gertrud (Reinhild Wessendorf) heraus, ganz so wie Hedwig es schon prophezeit hatte, als Gertrud mit Ehemann Heinrich Reiser (Gregor Leutermann) und Tochter Ulla Reiser (Isabelle Löchtefeld) in den „festlich“ geschmückten Saal trat.

Wenigstens Opas Freude über die Überraschungen von Bürgermeister Wilhelm Schreier (Christian Volkery) und den von Gertrud konsultierten Schotten und Hobby-Ufologen Winni McDudel war groß: „Ufologe, Ludwig! Nicht Urologe“, musste ihm seine Familie die anfängliche Angst aber doch nehmen.

„Wir sind regelmäßig hier und finden das Theater grandios“, sagte Zuschauerin Roswitha Eiynck aus Coesfeld. „Die plattdeutsche Sprache lebt“, fügte ihre Begleiterin Ursula Steinkamp hinzu. Groß war das Gelächter über das Porzellan-Syndrom der Figuren: „Die haben nicht alle Tassen im Schrank.“

Einige wenige Restkarten können noch für weitere Vorstellungen telefonisch im Haus Grüner, Tel. 0 25 47 / 224, bestellt werden. In der Mittwochsveranstaltung (6.2.) sind noch einige Plätze unbesetzt. Für die Kaffee- und Kuchentafel wird ebenfalls eine telefonische Anmeldung erbeten,

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