Rosendahl
Mikroschadstoffe aus Wasser filtern

Rosendahl. 100 000 Euro für die Planung der vierten Reinigungsstufe in der Kläranlage möchte Winfried Weber (Grüne) in den Haushalt 2019 der Gemeinde Rosendahl eingestellt wissen. Das machte er in der jüngsten Sitzung des Ver- und Entsorgungsausschusses deutlich.

Freitag, 08.02.2019, 10:03 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 10:06 Uhr
Rosendahl: Mikroschadstoffe aus Wasser filtern
Mikroschadstoffe sollen mit der vierten Reinigungsstufe aus dem Abwasser gefiltert werden. Foto: az

Über diesen Antrag soll nun im Haupt- und Finanzausschuss beraten werden, nachdem Bürgermeister Christoph Gottheil darauf hingewiesen hatte, dass im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung des Ver- und Entsorgungsausschusses noch wichtige Informationen von fachlicher Seite rund um das Thema Abwasser gegeben würden.

Winfried Weber sagte: „Es wäre eine Schande, wenn wir das Geld nicht in den Etat einstellen.“ Die Schadstoffe müssten aus dem Abwasser herausgefiltert worden. Vor allem Spuren des Schmerzmittels Diclofenac würden sich täglich darin befinden. „Es gibt ungeheure Förderungsmöglichkeiten für eine vierte Reinigungsstufe“, sagte Weber. Eine Chance würde vertan. Eine solche Maßnahme müsse von einem Fachbüro begleitet werden. Schon deshalb sei es nötig, Geld im Etat bereitzustellen, um spontan reagieren zu können. Schließlich gehe es um ein Millionenprojekt.

Bürgermeister Christoph Gottheil mahnte: „Es gibt noch weitere wichtige Aufgaben in diesem Bereich, die wir erledigen müssen.“ Er sprach sich dafür aus, zunächst alle Informationen zu dem Thema einzuholen.

Ewald Rahsing (CDU) sagte offen: „Ich weiß nicht, was da auf uns zukommt.“ Mikroplastik im Abwasser sei ebenfalls ein Problem. Aber 100 000 Euro für die Planung einer vierten Reinigungsstufe hielt er für „übertrieben“.

Franz Schubert (WIR) führte ins Feld, dass man vorausschauend denken müsse. Wenn man später erkennen würde, dass es einen echten Bedarf für die vierte Reinigungsstufe gebe, könne es sinnvoll sein, bereits jetzt einen Haushaltsansatz dafür zu haben.

Thea Musholt aus dem Fachbereich Planen und Bauen wies darauf hin, dass es bereits 2017 eine Machbarkeitsstudie zur vierten Reinigungsstufe gegeben habe. Damals war ein sogenanntes Dyna-Sand-Verfahren vorgestellt worden. Für das Herausfiltern von Mikro-Schadstoffen aus dem Abwasser gebe es bisher noch keine Vorgaben von der Bezirksregierung.

Fachbereichsleiterin Anne Brodkorb ergänzte, dass es bisher vier verschiedene Filtermodelle, aber kein erprobtes Modell gebe. Das Thema sei weder technisch noch gesetzlich ausgereift.

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