Rosendahl
Den Moment feiern und genießen

Osterwick. „Was die Welt morgen bringt“, ob Sorgen, Leid oder Freud, singen Barbara Arneke, Esther Hock und Michael Nonhoff in ihrem Begrüßungslied, weiß niemand. Unter dem Motto „Heute Nacht oder nie“ heißt es für Sänger und Gäste, so Arneke, „im Hier und Jetzt zu sein, den Moment zu feiern und zu genießen“. Das fällt nicht schwer, lauscht man doch an liebevoll gedeckten Tischen im stimmungsvollen Ambiente des Rosendahler Rathauses einem wundervollen musikalischen Programm.

Sonntag, 17.02.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 08:06 Uhr
Rosendahl: Den Moment feiern und genießen
Zum Träumen schön ist die von Esther Hock (l.) und Barbara Arneke gesungene „Barcarole“ von Jacques Offenbach. Foto: az

So rührt im Laufe des Abends nicht nur der Silberton der Nachtigallen aus Franz Schuberts „Ständchen“ die Herzen. Rosendahl und seine Liederabende feiern in diesem Jahr Porzellanhochzeit – seit unglaublichen 20 Jahren gibt es dies besondere kulturelle Event. Leider ohne Michael Senzig, der erkrankt ist. Auch wenn er fehlt, seine Mitstreiter geben alles, um das Programm fast vollständig zu Gehör zu bringen. Begleitet werden sie gewohnt souverän am Klavier von Heike und Rolf Janßen-Müller, die auch in zwei vierhändigen Stücken, einer glockenhell perlenden Sonatine von Carl Maria von Weber und einen „Spanischen Tanz“, die Gäste verwöhnen.

Im Zentrum des ersten Teils stehen Kunstlieder und Opernarien. Jeder der drei setzt dabei ganz eigene Akzente. Sehnsuchtsvoll Arnekes „Ständchen“, voll mächtig voranstürmender Lebens- und Entdeckerlust Nonhoffs „Wanderlied“ (Robert Schumann), bezaubernd Hocks „Lullaby“, das zum Träumen einlädt. Ungeheuer ausdrucksstark auch die von ihr gesungene Arie aus der Oper „Lucia di Lammermoor“. Voll grandioser Stimmgewalt drückt Hock Angst und Schrecken der Lucia aus und erhebt sich in strahlende Höhen beim Gedanken an den Geliebten. Auch Arneke und Nonhoff brillieren in ihren Opernarien, spiegeln die Gefühle nicht nur in ihren Stimmen, sondern auch in den Gesichtern. Mit „Ick hab‘so‘n Appetit uff‘ne Bulette“ stimmen alle drei voller Witz auf das Buffet ein. Nach der Pause geht es in den musikalisch leichteren Bereich. Hier dominiert in diesem Jahr die Romantik. Sehr stimmungsvoll die von den beiden Damen im Duett gesungene „Barcarole“, Nonhoff träumt „mit offenen Augen“ und singt dabei charmant die Damen im Publikum an, voll schmelzender Poesie das im Terzett gesungene titelgebende Lied „Heute Nacht oder nie“, schön die Duette „Wunderbar“ und „Lippen schweigen“ und ein besonderes Highlight „Die Musik der Nacht“ aus dem „Phantom der Oper“, bei dem die drei Stimmen zu einer betörenden Einheit verschmelzen. Klar dürfen sie nicht ohne Zugabe von der Bühne und verabschieden sich endgültig mit dem „Abendsegen“. „Ich habe mich heute von meiner Frau überreden lassen und jetzt bereue ich jeden Abend, an dem ich nicht dabei war, so schön war es“, so ein Zuhörer.

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