Rosendahl
Lebensfreude wirkt ansteckend

Osterwick. Aus der Cafeteria in der Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian schallt es laut. „Große und Kleine sind füreinander da“, so heißt das Lied, das die zehn Kinder des DRK-Kindergartens „Fidus“ und ebenso viele Senioren der Stiftung dort gemeinsam zum Besten geben. Die Esstische sind zur Seite gerückt worden, um Platz zu schaffen für die große Gruppe. Gemeinsam mit Erzieherinnen und Betreuungsmitarbeitern sitzen alle – Jung und Alt – in einem großen Stuhlkreis.

Montag, 18.02.2019, 16:54 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 11:30 Uhr
Rosendahl: Lebensfreude wirkt ansteckend
Das gemeinsame Treffen ist sowohl für die Bewohner des Altenheims als auch für die Kinder und Erzieherinnen aus dem DRK-Kindergarten Fidus jedes Mal etwas Besonderes. Foto: az

Kindergarten und Altenheim, diese Kombination sei lange Zeit vor allem mit Ruhestörung oder Lärmbelästigung in Verbindung gebracht worden, sagt Thomas Süthold vom begleitenden Dienst der Einrichtung. Seniorenheime seien häufig am Stadtrand gebaut worden, um Kinder und Senioren streng voneinander zu trennen. „Doch grüne Wiesen helfen nicht gegen Einsamkeit. Und Erzieher ersetzen keine Großeltern“, betont Süthold.

Wer heute nach „Kindergarten und Altenheim“ im Internet suche, bekomme als Ergänzung von der Suchmaschine „unter einem Dach“, „Kooperation“, „Besuch“ und „Zusammenarbeit“ vorgeschlagen. Offenbar scheine vielen wieder einzufallen, was eigentlich selbstverständlich ist: „Die Senioren können von der Lebensfreude der Kinder profitieren, die Jungen von der Weisheit der Senioren.“

Frau van Deenen (85) ist mit Begeisterung bei dem Generationstreffen dabei. Die zugereichten Bälle wechseln von einem Teilnehmer der Runde zum anderen. Schneller, immer schneller. Die Beine ihres Sitznachbarn Yasan (4) baumeln dazu in der Luft. Sie sind so kurz, dass seine Füße von den Stühlen aus noch nicht auf den Boden reichen. Zu zehnt sind die Kinder in Begleitung ihrer Erzieherinnen aus dem DRK-Kindergarten „Fidus“ herübergekommen, um Zeit mit den Bewohnern des Altenheims zu verbringen.

Beide Institutionen, Kindergarten und Seniorenheim, ermöglichen im Rahmen ihrer Zusammenarbeit bereits seit vielen Jahren intergenerative Begegnungen, erstmals 2018 nach dem Konzept der Generationsbrücke Deutschland. Dieses Konzept gibt den Rahmen und verfolgt als Ziel ein partnerschaftliches Handeln. Hierzu werden von jeweils einem Kind und einem Senior Tandems gebildet. Thomas Süthold kommentiert: „Diese ermöglichen das Wachsen von Vertrauensbeziehungen. Nicht selten nennen die Senioren ihr Partnerkind „Patenkind“ und manch ein Kind spricht von „meiner/meinem“ Oma oder Opa.“

Alle Treffen haben das Miteinander zum Thema. Daher sind die monatlichen, Begegnungen auf ein gemeinsames Handeln sowohl in der Gesamtgruppe als auch innerhalb der Tandems ausgerichtet. Die Teilnehmer basteln, malen, singen und kochen gemeinsam. Manchmal genießen sie gemeinsam Eis. Das Singen aber gehört immer dazu.

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