Rosendahl
Retter in Blau und Rot gut gerüstet

Osterwick. Auf dem großen Gelände des Unternehmens Wigger Fenster + Fassaden in Osterwick liegt eine Person, die unter einem schweren Gestell lebensbedrohlich eingeklemmt ist. Schnell handeln müssen die herbeigerufenen Retter. Das sind mehr als 30 Jugendliche der Freiwilligen Feuerwehr Rosendahl und des Ortsverbands Coesfeld des Technischen Hilfswerks (THW). Sie müssen diese Aufgabe zum Glück nicht im Ernstfall, sondern bei einer gemeinsamen Übung bewältigen.

Mittwoch, 20.02.2019, 17:06 Uhr aktualisiert: 21.02.2019, 10:04 Uhr
Rosendahl: Retter in Blau und Rot gut gerüstet
Bei ihrer gemeinsamen Übung führten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Rosendahl und des Technischen Hilfswerks Coesfeld auch eine Notdekontamination einer Person durch. Es ging darum, diese Person schnellstmöglich mit Wasser abzuspritzen und zu säubern. Foto: az

Es handelt sich nur um eine lebensgroße Puppe, die die Retter unter Einsatz mehrerer sogenannter Hebekissen aus ihrer misslichen Lage fachgerecht befreien. Mit Bravour setzen sie Kissen ein, die viele Tonnen mittels Hochdruck anheben können.

Das Zusammenspiel von Rot (für die Feuerwehr) und Blau (für das THW) funktioniert auch, als es gilt, Leitungen vom außenstehenden Notstromaggregat in eine Halle zu verlegen und zwei sogenannte „Powermoon“-Hochleistungsleuchten aufzubauen und in Betrieb zu nehmen.

Auch die erste von insgesamt vier Stufen einer Dekontamination, also die Säuberung und Bergung einer zum Beispiel durch chemische Stoffe verunreinigten Person üben die Teilnehmer ein. Während eine vollumfängliche Dekontamination ab Stufe 2 mit großem Aufwand und mehrstündigen Aufbauten durch spezielle Einsatzzüge verbunden ist, gilt es bei Stufe 1, einer Notdekontamination („Notdekon“), die Person schnellstmöglich mit Wasser abzuspritzen und zu säubern, sie aus dem Gefahrenbereich zu bringen und dem Rettungsdienst zu übergeben. Tobias Pierick (THW) erläutert dazu: „Dabei steht, wie bei allen Übungen, immer der Eigenschutz an erster Stelle. Dieses Szenario wird vor allen theoretisch durchgesprochen und simuliert, auch wenn sich einige Jugendliche sicher mit Vergnügen gerne mit Wasser abspritzen würden, was im Hochsommer möglich wäre.“

Bei einer weiterer Aufgabe geht es um das Anheben sehr schwerer Lasten – hier in Form eines großen Containers. Dazu stehen den Jugendlichen zwei Methoden zur Auswahl. Deshalb kommen mal zwei hydraulische Winden und mal zwei „Hydrostempel“ zum Einsatz. Tobias Pierick kommentiert: „Die Kunst ist nicht nur der Aufbau und Umgang mit den schweren Geräten, sondern auch das synchrone Anheben des Containers gleichzeitig an zwei Seiten; hier ist eine gute Koordination und Kommunikation untereinander sehr wichtig.“

Bei der Brandbekämpfung gilt es, einen einfachen Löschangriff zu üben. Von den Pumpen aus müssen die Retter den Schlauch fachgerecht auslegen; der Umgang, also das Ein- und Auspacken mit Hilfe von speziellen Schlauchtragekörben, trainieren die Teilnehmer.

Nach einer Manöverkritik, bei der allen Teilnehmern gute Arbeit bescheinigt wird, gilt auch ein Dank Bernd Feldmann, dem Abteilungsleiter der Holzfertigung für das „großzügig und vertrauensvoll“ komplett überlassene Gelände. Im Feuerwehrwehrgerätehaus in Osterwick feiern alle gemeinsam die erfolgreiche Übung.

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