Rosendahl
Zauberkünstler und Stimmungskanone

Rosendahl. Vom Kabarett hält Ingo Oschmann nicht viel: „Politiker beleidigen – das ist keine Kunst. Und häufig sind es gerade die, die am meisten austeilen, die auch am wenigsten einstecken können.“ Gut – den einen Trump-Witz haut er dann doch noch raus: „Bei ihm kann man’s einfach machen!“

Sonntag, 07.04.2019, 16:23 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 10:08 Uhr
Rosendahl: Zauberkünstler und Stimmungskanone
Das staunende und lachende Publikum entließ Ingo Oschmann mit neuen Perspektiven auf das Leben aus seinem Programm. Foto: az

Im Rahmen des bunten Potpourris der Rosendahler Kulturkarte präsentierte sich der nach eigenen Angaben „zwischen 20- und 50“-Jährige in Personalunion als Stimmungskanone, Zauberkünstler und Gesellschaftskritiker. „Wunderbar – es ist ja so“ hieß das Programm, mit dem der gebürtige Ostwestfale den Rosendahlern einheizte: „Mann, ihr seid ja der Hammer“, freute Oschmann sich über die Resonanz aus dem Publikum in der Zweifachsporthalle. „Ich mag ja eure Mentalität hier in der Gegend: Direkt raus und knallhart ehrlich.“

Und genau das hat er seinen Zuschauern auch mitgebracht, wenn er über die High-Society und die Friseursalons unserer Landeshauptstadt Düsseldorf herzieht, über Männergrippe klagt und sich über Beipackzettel von Medikamenten als den Partykracher schlechthin mokiert.

Ins Staunen geraten die Zuschauer, als Oschmann aus einem Zeichenblock eine Bowlingkugel hervorzaubert oder mit dem Publikum gemeinsam den Klassiker aller Zaubertricks vollführt, Taschentücher verschwinden und ausgerechnet in Orangen wiederauftauchen lässt. „Meinen ersten Trick und auch die eine oder andere Lebenslektion hab ich von meinem Opa gelernt“, schwelgt er in Erinnerungen an seine Kindheit.

Heute seien die Kinder ganz anders. „Wir haben uns damals mit so wenig begnügt. Und mal ganz ehrlich: Wir wissen alle, dass uns Unmengen an Spielzeug nicht glücklich machen.“ Eltern könnten ihren Kinder auch auf andere Weise eine tolle Kindheit bescheren. „Wenn man von allem zu viel hat, hat nichts mehr einen Wert. Worüber kannst du dich dann noch freuen“, fragt er die Zuschauer und erfährt Zustimmung von allen Seiten. „Damals konnte von Handys und Apps noch keine Rede sein. Da haben wir auf Reisen noch Verstecken im Auto gespielt. Das hat zwar nicht lange gedauert, aber wir haben’s probiert“, lacht Oschmann.

Diese Art modernen Wahnsinns projizierten wir vor allem auf die Kinder: „Auch so etwas wie ADHS gab es früher nicht. Solche Kinder nannte man Zappelphilipp.“ Umso entsetzter zeigt er sich davon, wie leichtfertig Ärzte dann Medikamente wie Ritalin verschreiben würden. „Warum die Kinder also nicht einfach Kinder sein lassen“, so die Botschaft von Oschmann, der selbst Vater ist.

Und eins dürfte dem Publikum klargeworden sein: Ingo Oschmann weiß auf vielen Ebenen zu unterhalten. Der Gewinner der ersten Staffel von „Star Search“ (Sat.1) versteht es, seine Zuschauer mit einem Lächeln, Staunen in den Augen und neuen Perspektiven auf das Leben aus seinem Programm zu entlassen.

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