Rosendahl
Ein Gag mit Signalwirkung

Rosendahl. Die Konkurrenz ist so groß, weil sie so klein ist. Zumindest was die Zahl der Wahlberechtigten angeht: 739 sind es in Stockhausen, einem Ortsteil von Lübbecke in Ostwestfalen – hingegen rund 9000 in Rosendahl. „Da dürfte es deutlich schwieriger sein, eine extrem hohe Wahlbeteiligung zu erzielen“, macht sich Wilhelm Vennemann nichts vor. Und doch hat er diesen Wettbewerb um die beste Zahl bei der Europawahl am 26. Mai angestoßen. Der Siegerpreis ist ein Pokal – tatsächlich steht durch die große Aufmerksamkeit bereits jetzt Europa als Gewinner fest.

Freitag, 12.04.2019, 17:37 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 08:08 Uhr
Rosendahl: Ein Gag mit Signalwirkung
Ein Pokal für die Kommune mit der höchsten Beteiligung bei der Europawahl am 26. Mai: (von links) Sabine Schreijer, Wilhelm Vennemann und Monika Klein vom Partnerschaftsverein hoffen, dass die Trophäe in Rosendahl bleibt. Foto: Leon Eggemann

Zum 50-Jährigen Bestehen der Partnerschaft zwischen Rosendahl und den französischen Gemeinden Entrammes, Parné-sur-Roc und Forcé ein besonderes Zeichen setzen, diese Idee von Monika Klein markiert den Anfang aller Aktivitäten. „Wir wollen in ganz Deutschland die Kommune mit der höchsten Wahlbeteiligung werden“, sagt die Vorsitzenden des Rosendahler Partnerschaftsvereins. Ein Vorhaben, das Entrammes auch in Frankreich umsetzen möchte.

„100 Prozent Europa – Rosendahl geht hin“ heißt die Kampagne, die mit vielen Aktionen für die Europawahl werben soll. Wilhelm Vennemann, seit 1982 in der deutsch-französischen Freundschaft aktiv und Gründungsmitglied des Partnerschaftsvereins, erfährt durch Zufall von dem kleinen Ort bei Lübbecke und dem dortigen Verein „Stockhausen für Europa“, der sich erst im Januar 2018 gegründet hat, über mittlerweile 70 Mitglieder verfügt und ebenfalls mit vielen Aktionen daran arbeitet, am 26. Mai eine hohe Wahlbeteiligung zu erzielen. 80 Prozent plus x lautet die Vorgabe der Akteure um den Vorsitzenden Gerd H. Niemeyer. Und die Rosendahler? Die träumen gar von 85 Prozent plus x. „Da bietet sich doch ein kleiner Wettbewerb an“, lächelt Wilhelm Vennemann, der kurzerhand Kontakt mit den Stockhausenern aufnimmt. „Die waren erst überrascht, dann angetan.“

Also läuft das Wetteifern um die höchste Wahlbeteiligung. „Bei uns in Stockhausen ist selbstredend erst recht der Sportsgeist geweckt, denn nun heißt es nicht mehr nur, unser Ziel zu erreichen, sondern auch noch die durchaus selbstbewussten Rosendahler zu schlagen“, sagt Gerd H. Niemeyer. Das ungewöhnliche Kräftemessen darf natürlich als Gag angesehen werden, gibt Wilhelm Vennemann zu – „aber als einer, der die Leute wachrütteln soll.“ Der ihnen deutlich machen soll, wie wichtig diese Wahl für Europa ist. Sie wollen die Bürger mobilisieren, am 26. Mai an die Urne zu gehen, auch wenn die Abstimmung diesmal an keine andere Wahl gekoppelt sei, was es gewiss nicht einfacher mache.

Stockhausen oder Rosendahl? Der Gewinner wird einen symbolischen Preis erhalten, kündigt Vennemann an. Einen Pokal hat er besorgt, der an den Sieger übergeben wird. Dafür, so lautet der Deal, wird sich der „Unterlegene“ auf den Weg in die siegreiche Kommune machen. „Die Maßgabe kann ja wohl nur lauten, dass die Rosendahler nach der Wahl uns besuchen müssen und nicht umgekehrt“, hat der Verein „Stockhausen für Europa“ den Bürgern schon auf die Fahnen geschrieben.

Wilhelm Vennemann hofft derweil darauf, die „Konkurrenten“ aus Ostwestfalen zur Pokalübergabe in Rosendahl begrüßen zu dürfen. Auf Reisen gehen wird er dennoch, schon kurz nach der Wahl, gemeinsam mit 161 weiteren Rosendahlern: Vom 30. Mai bis 2. Juni steht die Partnerschaftsbegegnung in Frankreich auf dem Programm. Dorthin wollen sie fahren mit dem Titel „höchste Wahlbeteiligung in Deutschland“, wünscht sich Vennemann: „Dann lässt es sich noch umso schöner feiern.“

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