Rosendahl
„Ein Glücksfall für die Gemeinde“

Osterwick. Auf eine lange Zeit als Ordensschwester blickt Schwester Hildegard schon zurück. Länger, als manch andere. Zwei Jahre, nachdem sie damals in das Kloster Maria Hamicolt in Dülmen eintrat, legte sie das Ordensgelübde ab, was auch als Profess bezeichnet wird. Dieses Ereignis jährt sich morgen zum 60. Mal: Am 1. Mai 1959 feierte Schwester Hildegard das öffentliche Versprechen, nach den Ordensregeln des Heiligen Benedikts zu leben.

Dienstag, 30.04.2019, 12:04 Uhr
Rosendahl: „Ein Glücksfall für die Gemeinde“
Ihren Profess, der morgen auf den Tag genau 60 Jahre her ist, wird Schwester Hildegard morgen in einer Heiligen Messe bekräftigen. Die Gemeinde ist dazu eingeladen. Foto: Leon Seyock

Schon früh wusste Schwester Hildegard, dass sie eines Tages in ein Kloster eintreten möchte. „Ich habe damals schon immer gerne gebetet und bin gerne zur Kirche gegangen“, sagt die heute 83-Jährige.

Geboren und aufgewachsen ist Schwester Hildegard in Emsdetten. Dort leitete sie in jungen Jahren eine Jugendgruppe. „Die Jugendlichen haben schon gemunkelt, ob ich wohl in ein Kloster gehe“, sagt Schwester Hildegard und lacht. Mit 18 Jahren wollte sie dann in das Benediktinerinnen-Kloster Maria Hamicolt eintreten, das sie durch ihre Tante kennenlernte. Dort einzutreten, haben ihre Eltern aber verboten. „Schließlich ist es ein Abschied auf ewig“, sagt Schwester Hildegard. Da man damals erst mit 21 Jahren die Volljährigkeit erreichte, musste sie drei Jahre warten, bis sie eigenständig in das Kloster Maria Hamicolt eintreten durfte. Sie stand vor einer Entscheidung, die ihr nicht schwer fiel: Entweder eine Exkursion mit ihrer Jugendgruppe nach Rom – oder der Einzug ins Kloster. „Da wurde es Zeit für mich“, erinnert sich Schwester Hildegard.

Am 1. August 1957 ist sie dem Orden beigetreten. Ein halbes Jahr lang lebte sie zunächst in normaler Kleidung mit 52 weiteren Ordensschwestern im Kloster Maria Hamicolt. Ihre Einkleidung folgte dementsprechend im Februar 1958, am 1. Mai 1959 legte sie den ersten Profess ab.

An die damaligen Zeiten kann sich Schwester Hildegard noch gut erinnern: Wenn die Familie zu Besuch kam, waren beide durch ein Gitter getrennt. „Das war schrecklich“, berichtet Schwester Hildegard. Eine sehr strenge Klausur herrschte zu dieser Zeit, noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Der Alltag war bestimmt durch beten – mehrere Stunden am Tag – und Hausarbeiten wie putzen oder nähen. Für insgesamt 36 Jahre wurde Schwester Hildegard vom Konvent außerdem als Priorin gewählt. Die Post in Empfang nehmen, für strukturierte Abläufe sorgen und an Konferenzen teilnehmen gehörten in diesen Jahren zu ihren Aufgaben. Nach dem Konzil in den 60er-Jahren, als sich einige Strukturen lockerten, ist sie vor allem auch in ausländischen Klöstern zu Besuch gewesen.

Im Februar 2008 waren es noch acht Schwestern, die im Kloster Maria Hamicolt lebten. Gemeinsam sind sie schließlich in die Stiftung zu den Heiligen Fabian und Sebastian umgezogen. „Dort haben sie einen eigenen Bereich bekommen und halten ihre Gebetseinheiten so gut es geht aufrecht“, berichtet Pastor Dirk Holtmann. Heute sind es neben Schwester Hildegard drei weitere Schwestern, die in der Stiftung leben. „Wir sind sehr froh, dass wir sie haben. Ein echter Glücksfall für die Stiftung und für die Gemeinde“, sagt Holtmann und lächelt. 0 Am morgigen Mittwoch (1. 5.) wird Schwester Hildegard ihren Profess bekräftigen. Um 9 Uhr findet dazu eine Heilige Messe in der Osterwicker Kirche statt, zu der die Gemeinde eingeladen ist.

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