Rosendahl
Gemeinsam gärtnern für die Insekten

Rosendahl. „Wisst ihr, was Bienen machen?“, fragt Bürgermeister Christoph Gottheil in die Runde. Vor ihm stehen neun Kinder aus den Kindergärten in Rosendahl und hören ihm gespannt zu. „Honig!“, rufen sie gemeinsam. „Das stimmt. Und wir müssen uns gemeinsam darum kümmern, dass wir viele Bienen in der Umwelt haben“, sagt Gottheil. Denn die seien auch für viele andere Pflanzen wichtig, erklärt er den Kindern weiter. „Und deshalb geben wir euch Blumensamen mit, die ihr in euren Kindergärten aussäen könnt.“ Neugierig schauen die Kinder in die Tüten, die auf einem Tisch bereitstehen. Insektenpracht und Bienenweide nennen sich die Samenmischungen, die die Kinder mit in ihre Einrichtungen nehmen dürfen. Gesponsert hat sie Thomas Niehues, Geschäftsführer des gleichnamigen Landhandels in Holtwick. Auch Hobby-Imker Klaus Lülff freut sich über den positiven Beitrag zum Erhalt der Bienenwelt. „Und wenn ihr ganz viele Blumen anpflanzt, habe ich nächstes Jahr noch viel mehr Honig. Dann dürft ihr auch mal zum Probieren vorbeikommen“, schmunzelt er. Die Kinder freuen sich und sind voller Eifer, die Blumensamen in die Erde zu legen. In den Grünanlagen der Kindergärten und auf angrenzenden Spielplätzen werden nun in den nächsten Wochen und Monaten bunte Wildblumenwiesen wachsen und den Bienen Nahrung bieten.

Mittwoch, 22.05.2019, 11:32 Uhr
Rosendahl: Gemeinsam gärtnern für die Insekten
Damit die Kinder die Insektenwelt beobachten können, hat Thomas Niehues (4.v.l.) Samenmischungen gesponsert. Diese säen die Kindergärten in den kommenden Tagen aus. Bis dann alles blüht, dauert es noch eine Weile. Fotos: Leon Seyock Foto: az

Auch die Gemeinde hat sich gegen das fortschreitende Insektensterben eingesetzt. Auf mehreren Flächen im Gemeindegebiet hat Sebastian Terwey vom Bauhof vor etwa drei Wochen ebenfalls Samenmischungen verteilt. Kamille und Klatschmohn ist beispielsweise in der Samenmischung enthalten. „Jede Pflanze ist für die Biene wichtig. Die eine hat beispielsweise mehr Pollen, die andere mehr Nektar“, weiß Lülff. Zwar sehen die Flächen momentan noch unbewirtschaftet aus, in einem Monat sollen die Wildblumen aber dann in voller Blüte erstrahlen.

Schon im vergangenen Jahr hat die Gemeinde eine gleiche Aktion für den Erhalt der Bienenwelt gestartet. „Wegen der langen Trockenheit ist aber kaum etwas gewachsen“, sagt Anne Brodkorb, Fachbereichsleiterin Planen und Bauen der Gemeinde. Sie hofft, dass es in diesem Jahr ein wenig mehr regnet, sodass sich die Rosendahler und die Bienen an schönen Flächen mit Wildblumen erfreuen können.

In Osterwick hat die Gemeinde am Klockenbrink, an der Hauptstraße, Am Kleining, an der Zweifachhalle sowie an der Vogelstange im Schützenbusch die Wildblumen ausgesät, in Holtwick an der Citadelle (Nachbarschaftsdenkmal), am Haus Holtwick und am Feuerwehrgerätehaus. Rosendahler, die auch privat einige Wildblumen aussäen möchten, können sich Mischungen im Rathaus abholen. „Es ist toll, wenn man sich auch privat dafür engagiert. Denn vor allem die Steingärten, die es immer häufiger gibt, sind ein massives Problem“, betont Lülff.

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