Rosendahl
„Ein Zurück darf es nicht geben“

Rosendahl. Beatrix von Storch darf den Schießbefehl auf Schutzsuchende fordern. Rettungskräfte werden bei ihrer Hilfe für Menschen angegriffen. Mordaufrufe werden von der AfD toleriert. Und Björn Höcke darf das Gedenken an den Holocaust in Frage stellen. Ralf Steindorf, Fraktionsvorsitzender der CDU, macht damit deutlich, dass in Deutschland immer häufiger die Grundsätze des guten Zusammenlebens, wie zum Beispiel die Nächstenliebe, in Vergessenheit geraten. „Da sind für uns einfach Kriminelle am Werk“, pflichtet ihm Klaus-Peter Kreutzfeldt, Fraktionsvorsitzender der SPD, bei.

Freitag, 24.05.2019, 10:22 Uhr
Rosendahl: „Ein Zurück darf es nicht geben“
In einem Vortrag mit abwechselnden Beiträgen informierten Ralf Steindorf (links) und Klaus-Peter Kreutzfeldt die Zuhörer über die Entstehung der Parteien. Gleichzeitig warnten sie aber auch vor den bestehenden Gefahren in Europa und wie diese verhindert werden können. Foto: Leon Seyock

Die Kommunalpolitiker hatten zu einer gemeinsamen Veranstaltung ins Rathaus eingeladen. Bei dem aktiven Vortrag „74 Jahren Frieden - Warum und wieso?“ klärten sie über die Entstehungsgeschichte der Volksparteien auf und wie die Gewerkschaften entstanden sind. Etwa 20 Interessierte waren gekommen, um dem Vortrag zu folgen.

Neben dem geschichtlichen Aspekt warnten Steindorf und Kreutzfeld gleichzeitig vor der Gefahr, die in Europa besteht. „Die Rechten und Linken, die neoliberalen Kräfte wie Le Pen, Wagenknecht, Putin, Gauland und wahrscheinlich auch Trump: Sie beschädigen nachhaltig den Europäischen Gedanken. Sie werden von vielen unterstützt, weil sie einfache und schnelle Lösungen anbieten“, sagt Steindorf. Dass es dabei aber um irreale Ansätze geht, werde nicht beachtet. Und darin liege das Problem.

Es laufe nicht alles richtig in der Europäischen Union (EU), darin sind sich beide einig. Dennoch müsse der Fokus mehr auf das gelegt werden, was in der EU gut läuft. „Wir begegnen den Erfolgen jeden Tag“, so Steindorf. Er zählt als Beispiele den Darfelder Markt oder die Generationenparks in allen drei Ortsteilen auf, die es ohne europäische Förderungen vermutlich nicht gegeben hätte. „Sicher muss ständig optimiert werden, Fehler müssen immer wieder korrigiert werden. Ein Zurück darf es aber nicht geben“, macht Steindorf deutlich.

Er und Kreutzfeldt teilen die Ansicht, dass die EU ein großes Projekt sei, das bereits sehr gut entwickelt ist. Und das Positive daran überwiege gewaltig. „Lasst uns die EU retten und erhalten“, ruft Kreutzfeldt auf, die eigene Stimme bei der anstehenden Europawahl am kommenden Sonntag (26. 5.) abzugeben. „Ich habe eine Traum“, bringt Kreutzfeldt am Ende des Vortrags zum Ausdruck. „Die Vereinigten Staaten von Europa.“ Mit diesen Worten und einem Handschlag der Kommunalpolitikern beenden sie unter Applaus ihre Rede.

Gemeinsam kamen sie im Anschluss mit den Besuchern ins Gespräch. „Ich hoffe, dass die demokratischen Parteien auch nach der Wahl weiterhin das Sagen in Europa haben und dass die rechtsradikalen Gruppen klein bleiben“, so Kreutzfeldt. Ein Besucher merkte an, dass man sich fragen müsse, in welche Richtung das Schiff Europa segeln solle. Denn im Moment bestehe Europa nur aus Problemen, so seine Meinung, und so könne es nicht bleiben. „Wir dürfen Europa nicht auf die Probleme reduzieren, die bekommen wir gemeinsam in den Griff. Und das Positive müssen wir gemeinsam bewahren“, betonte Kreutzfeldt ein weiteres Mal.

Die Veranstaltung gilt als ein Beitrag für die Initiative des Partnerschaftsvereins „100% Europa – Rosendahl geht hin“. Auch Monika Klein, Vorsitzende des Partnerschaftsvereins, war unter den Zuhörern. „Ich hoffe, dass die Aktion auch nach der Wahl weiterläuft“, sagt sie. Es solle ein dauerhafter Prozess werden, um den jungen Menschen zu zeigen, wie wichtig Europa ist. Denn für diese sei im Alltag vieles selbstverständlich. Bürgermeister Christoph Gottheil rief ebenfalls auf, am Sonntag den Gang zur Urne zu machen: „Macht von eurem Wahlrecht Gebrauch“, sagt er. Für ein starkes, gemeinsames Europa. „Lasst uns das verwirklichen“ – so lautet das Schlusswort von Steindorf an diesem Abend.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6635610?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947623%2F
Nachrichten-Ticker