Rosendahl
Den „Schlüssel zum Glück“ in der Hand

Osterwick. Dunkelblaue Tücher verdecken einen Teil der Bühne. Plötzlich schnellt Lehrerin Claudia Ostermeier hinter dem Tuch hervor und hält mit einem Fernglas Ausschau nach ihren Schülern. Lautes Gelächter bricht in der Turnhalle der Sekundarschule Legden Rosendahl aus – denn es handelt sich um ein zum Verwechseln ähnliches Double. Auch die Lehrer Felix Hartwig, Bettina Wohland-Schröder und Anna Hetrodt werden von einigen Schülern verkörpert. Gemeinsam erinnern sie sich so sehr unterhaltsam an die Schulfahrt zum Pröbstingsee. Diese Vorführung des Faches Darstellen und Gestalten trägt zu einem bunten Programm bei, das die Schüler für ihre Entlassfeier vorbereitet haben. Nach zehn Jahren voller Pauken, Hausaufgaben machen und Klausuren halten die 80 Schüler heute Mittag ihre Zeugnisse in den Händen.

Freitag, 28.06.2019, 18:24 Uhr
Rosendahl: Den „Schlüssel zum Glück“ in der Hand
Nacheinander betreten die Schüler klassenweise die Bühne und bekommen ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Fotos: Leon Seyock Foto: az

„Ihr steht jetzt in den Startlöchern. Die Schule ist geschafft!“, sagt Schulleiter Axel Barkowsky zu Beginn der Feier zu den Schülern. Nun gehe es weiter auf die Bahn des Lebens. „Ihr könnt eure Talente nutzen. Wartet nicht, sondern werdet selbst aktiv und macht den ersten Schritt“, gibt der Schulleiter den Schülern Tipps mit auf den weiteren Lebensweg. Auch die Bürgermeister aus Legden und Rosendahl nehmen an der Feier teil und richten einige Worte an den Entlassjahrgang. „Heute geht ihr durch verschiedene Türen aus der Schule heraus“, beschreibt Christoph Gottheil die unterschiedlichen Wege, die die jungen Erwachsenen nun nach ihrer Schulzeit einschlagen werden. So wird rund ein Viertel der Stufe das Abitur anstreben, etwa die Hälfte der Schüler haben bereits einen Ausbildungsvertrag unterschrieben. „Aber nicht jede Tür lässt sich sofort öffnen. Werft nicht die Flinte ins Korn, wenn es mal hakt. Habt den Mut, auch Hilfe anzunehmen“, rät Gottheil.

Maja Wenning, die gemeinsam mit Greta Bertels durch das rund zweistündige Programm führt, schwelgt in alten Erlebnissen: „Gerne erinnern wir uns an die schönen Momente der Schulzeit. An die vielen Klassenfahrten und Ausflüge“, sagt sie. Schülersprecher Nigel Tenti hakt ein: „Aber auch die schweren Zeiten blieben nicht aus. Auch bei Streit waren die Lehrer immer für uns da“, sagt er und richtet seinen Blick dankend an das Kollegium. „Gleich bekommen wir nicht nur die Abschlusszeugnisse, sondern wir halten auch den Schlüssel zum Glück und zur Zukunft in den Händen“, sagt er.

Nach und nach ruft Barkowsky die Zehntklässler auf die Bühne und übergibt mit Glückwünschen die einzelnen Abschlusszeugnisse. Strahlende Gesichter bei den Schülern, denen nun die Wege für die Zukunft offenstehen. Musikalisch wird die Feier von dem Orchester der Sekundarschule begleitet. In der Projektwoche entstand außerdem die Idee, dass vier Schüler „All of me“ von John Legend, begleitet von den Lehrern Cruse und Kirschbaum, singen. „Spontan ist genauso gut“, sagt Wenning bei der Moderation. Die Sänger ernten viel Applaus – zum Schluss greifen aber auch die Lehrer zum Mikrofon. Mit dem umgedichteten Lied „Wunder gibt es immer wieder“ blicken sie aus ihrer Sicht auf die vergangenen Schuljahre zurück – und entlassen damit ihre Schützlinge durch verschiedene Türen in die Freiheit.

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