Rosendahl
Einen Pass für jeden neuen Bewohner

Holtwick. Wie bei einem Einwohnermeldeamt geht es dort zu – für jeden neuen Bewohner auf dem Hof muss ein eigener Pass beantragt werden. Dieser gibt Auskunft über den Geburtstag, den Betrieb, das Geschlecht und vieles mehr. „So ist ausgeschlossen, dass die Tiere verwechselt werden“, erklärte Thorsten Sendfeld. Der Landwirt hatte Besuch von 35 Frauen aus Holtwick, die sich neugierig auf seinem Hof im Hegerort umsahen und alles genau unter die Lupe nahmen. Mit der vom Westfälisch-Lippischen Landfrauenverband (WLLV) organisierten Aktion „pumps@bauernhof“ sind Frauen angesprochen, die wenig Bezug zur Landwirtschaft haben. Sie sind eingeladen, für einige Stunden in den Alltag eines Landwirtes einzutauchen.

Donnerstag, 04.07.2019, 18:34 Uhr
Rosendahl: Einen Pass für jeden neuen Bewohner
Landwirtschaft hautnah erlebten 35 Holtwicker Frauen bei der Aktion „pumps@bauernhof“. Beate Volmer (Mitte) und Marianne Tendahl waren von den kleinen Ferkeln auf dem Hof Schulenkorf im Brock besonders angetan. Foto: az

So haben sich die Holtwicker Damen mit den Fahrrädern auf den Weg zu einer Landpartie der besonderen Art gemacht und steuerten zunächst den Milchviehbetrieb der Familie Sendfeld an. Diese hält 140 Milchkühe und etwa 80 Jungtiere. Thorsten Sendfeld führte die interessierten Frauen über den Hof und erklärte ihnen alles Wissenswerte rund um einen Milchviehbetrieb. So legte die Gruppe auch einen Halt im Strohlager und dem angrenzenden Strohstall ein. Dort sah es recht gemütlich aus – so die Meinung der Frauen. In dem offenen und lichtdurchfluteten Stall trafen die Frauen auf sichtlich entspannte Kühe auf frischem Stroh, die gerade erst Kälbchen bekommen hatten. Nach den „Hinguckern des Tages“ ging es zum Kuhstall, dem sogenannten Laufboxenstall, der bei den Frauen auch sofort Beifall fand. Dort können sich 130 Kühe in einem Freiluftstall bewegen, Futter aufnehmen und – wie die Frauen erfuhren – die für die Milchbildung wichtigen Ruhephasen genießen. All die Hege und Pflege der Tiere und ein abwechslungsreicher Speiseplan, der von Mais- und Grassilage über Heu, Salze und Kraftfutter reicht, tragen dazu bei, dass die Kühe genügend Milch geben. Die Tour über den Hof führte anschließend zum Melkstand. „14 Kühe können hier gleichzeitig gemolken werden“, erklärte Sendfeld den interessierten Frauen unter anderem.

Nach der Führung machten sich die Damen auf den Weg zur zweiten Station zu Familie Schulenkorf im Brock. Zuerst musste sich jede Frau mit einem Schutzanzug einkleiden, um das Einschleppen von Krankheiten zu vermeiden. In Kleingruppen wurden die unterschiedlichen Stallabschnitte der Ferkelerzeugung erklärt. So erfuhren sie zum Beispiel, dass jede trächtige Sau zuerst geduscht wird, bevor sie in den gereinigten Abferkelstall kommt. Sehr lebhaft ging es dort zu, wo die zehn Tage alten Ferkel mit ihren Müttern zu bestaunen waren. Einige der Frauen haben gleich eines der niedlichen Tiere auf den Arm genommen. Etwa 15 Ferkel bringt eine Sau pro Wurf zur Welt. Nach einer Säugezeit von vier Wochen laufen die acht Kilo schweren Ferkel in den angrenzenden Ferkelaufzuchtstall. Dort wachsen sie mit ihren Geschwistern in Kleingruppen auf. Zur Beschäftigung gibt es die unterschiedlichsten Spielzeuge. Von Interesse war unter anderem die computergesteuerte Fütterungs- und Lüftungstechnik. Die Familie erklärte, dass trotz der modernen Fütterungsweise die tägliche Beobachtung der Tiere unerlässlich ist. Mit einem Alter von zehn bis elf Wochen und einem Gewicht von 28 Kilo verlassen die Ferkel dann den Hof. In einem anderen Betrieb wachsen die Schweine bis zu ihrem Schlachtgewicht heran. Mit vielen Eindrücken von einer konventionellen Landwirtschaft machten sich die Frauen auf den Rückweg.

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