Rosendahl
„Glücksfall für uns“

Darfeld. Über Monate hinweg hatte Franz Potthoff, der Vorsitzende des Vereins „Hilfe für Menschen in Hoima/ Uganda“ mit Father Geofrey Tumusiime nur Kontakt per Mail oder Telefon. Er kannte den Geistlichen nur von Fotos. Father Geofrey ist zum Vorsitzenden des Partnervereins in Uganda gewählt worden und seitdem Ansprechpartner für den Verein in Darfeld.

Freitag, 23.08.2019, 16:52 Uhr
Rosendahl: „Glücksfall für uns“
Herzlich aufgenommen fühlt sich Father Geofrey aus Uganda in Darfeld. Franz Potthoff (l.), Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Menschen in Hoima/ Uganda“ ist glücklich, dass der 39-Jährige nun fester Ansprechpartner in Uganda ist. Foto: Manuela Reher

„Der Funke sprang sofort über, als wir uns bei seiner Ankunft im Bahnhof Dortmund begrüßt haben“, zeigt sich Franz Potthoff noch immer gerührt von der herzlichen Umarmung. „Wir konnten ja nicht wissen, wen der Bischof von Hoima uns als neuen Ansprechpartner schicken würde“, verrät Potthoff und ergänzt: „Father Geofrey ist ein Glücksfall für uns und unseren Verein.“

Der 39-jährige Priester zeigt sich ebenso angetan von der überwältigenden Gastfreundschaft. „Ich habe mich noch nie so wohl in Deutschland gefühlt wie in Darfeld“, sagt er in fast fließendem Deutsch. Der Pfarrer war schon mehrmals als Urlaubsvertretung im Bistum Würzburg. Deutsch habe er allerdings in seinem Heimatland gelernt. „Die Menschen im Süden Deutschlands haben einen Dialekt gesprochen, den ich kaum verstanden habe“, bekennt Father Geofrey. So habe er sich gewundert, als er in Westfalen eingetroffen sei, dass sie hier gar keinen Dialekt sprechen. „Das ist prima“, freut sich der Gast aus Uganda. Franz Potthoff lacht: „Na ja, so ganz stimmt das nicht. Manche sprechen auch noch Plattdeutsch.“

Father Geofrey ist in einem 500 Einwohner zählenden Dorf – 25 Kilometer von der Bistumsstadt Hoima entfernt – geboren, als sechstes von zwölf Geschwistern, von denen nur neun überlebten. Geofreys Vater Bonifaz war dort Vorsitzender des Gemeinderates. Auch Geofrey Bruder Lennard ist Priester geworden. Beide sind in Kampala, der Hauptstadt Ugandas, ausgebildet worden. Dort hat Geofrey auch fleißig Deutsch gelernt.

Am 15. August 2009 ist Geofrey Tumusiime zum Priester geweiht worden, so dass er die zehnte Wiederkehr seines Weihetages diesmal in Darfeld beging. Seit 2013 hat Father Geofrey eine eigene Pfarrgemeinde in Muhorro.

Der 39-jährige Geistliche erinnert sich noch genau an den Tag, als der Bischof von Hoima ihn zu sich bat. „Ich hatte keine guten Nachrichten erwartet“, bekennt Father Geofrey. Doch als der Bischof ihn dann bat, Vorsitzender des Partnervereins „Hilfe für Menschen in Hoima/ Uganda“ zu werden, habe er sofort zugesagt. Father Geofrey hat Pater Emmanuel gekannt, der sich zuvor um die Hilfe für sein Heimatbistum gekümmert hatte.

Pater Emmanuel ist im Oktober 2018 nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von nur 47 Jahren verstorben. Der Schock und die Trauer seien noch immer spürbar. „Aber es geht weiter – mit Father Geofrey, und darüber freuen wir uns sehr“, betont Franz Potthoff. Der 39-jährige Geistliche betont, dass er Pater Emmanuel nicht ersetzen könne, aber alles daran setzen werde, dass die Hilfe fortgesetzt wird. Franz Potthoff ergänzt: „Father Geofrey sorgt dafür, dass das Geld, das hier in Rosendahl für die verschiedenen Projekte im Bistum Hoima gespendet wird, auch komplett dort ankommt.“ Father Geofrey sei sehr gewissenhaft und genieße großes Vertrauen in Darfeld.

Gut drei Wochen ist der der Geistliche in Darfeld zu Gast und hat Quartier in der Wohnung von Pfarrer em. Otto Banse direkt an der Nikolauskirche bezogen. Bereits mehrere Ausflüge in die Umgebung hat der Gast aus Afrika mit Vereinsmitgliedern und Mitgliedern der Pfarrgemeinde unternommen. Und auch Messen hat er bereits gelesen. „St. Nikolaus gefällt mir sehr“, sagt Father Geofrey über die Kirche. Er möchte möglichst viele Kontakte zu den Mitgliedern der Pfarrgemeinde knüpfen.

Bereits im nächsten Jahr möchte Father Geoffrey wieder nach Darfeld zurückkehren: dann für einen längeren Zeitraum, für sechs Wochen im Sommer. Bevor Father Geofrey Darfeld am 30. August wieder verlässt, können ihn alle Darfelder und alle weiteren Interessenten bei einem Treffen am Montag (26. 8.) um 20 Uhr im Haus der Begegnung, Pfarrer-Wiedenbrück-Straße in Darfeld, kennenlernen. Der Verein „Hilfe für Menschen in Hoima/ Uganda“ lädt dazu ein. Dann wird auch verraten, wie hoch die Spendensumme ist, die Father Geofrey für die Projekte in seinem Bistum mit nach Hause nehmen kann.

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