Rosendahl
Mit Satire gegen Hass und Hetze

Osterwick. Hass und Hetze mit Humor begegnen, dieses Motto zog sich wie ein roter Faden durch das Programm „Chaos“, das Tobias Mann am Freitag in der gut besuchten Zweifachsporthalle in Osterwick zum Besten gab.

Montag, 09.09.2019, 10:00 Uhr
Rosendahl: Mit Satire gegen Hass und Hetze
Foto: az

Einmal mehr hat Melanie Hinske-Mehlich einen Hochkaräter für die Rosendahler Kulturkarte gewinnen können. Tobias Mann, Satiriker, Stand-Up-Kabarettist und Musiker, brachte die Lachmuskeln des Publikums in Schwung und so manche Gehirnzelle ins humorvolle Grübeln. Zum zweiten Mal begeisterte er das Publikum mit feinen satirischen Kommentaren zum Zustand der Welt. Humorvolle Beispiele wie Menschen im Alltag miteinander umgehen, zeigten auf, wie es um die Gesellschaft insgesamt bestellt ist. Die allgegenwärtige Aufgeregtheit, befeuert durch die neuen Medien, habe das Nachdenken in den Hintergrund treten lassen.

Daher gelte es, so wünschte es sich Tobias Mann, sich wieder Zeit zu nehmen, bevor man zum Handy greife oder Kommentare unreflektiert in Online-Diskussionen verbreite. Diese liefen so oder so nach einem immer gleichen Schema ab, wofür er unter Applaus und Gelächter ein Beispiel mit viel schauspielerischem Können auseinander pflückte. Auf die danach gestellte Frage: „Was bringt uns das?“, gab es nur eine Antwort: „Nix!“.

Wie es sich für einen Satiriker gehört, bekamen alle Parteien und deren Größen ohne Ausnahme ihr Fett weg. Annegret Kramp-Karrenbauer sei nicht die Frau der Zukunft, sondern wohl jetzt schon „ausgemerkelt“, Horst Seehofer wirke so niedergeschlagen, als sei er der „Hambacher Horst“, Svenja Schulze als Umweltministerin habe die Kraft und „den Charme eines Zitronenfalters“ und die Grünen würden schon so lange auf die Regierungsbeteiligung warten, dass sie schon „schwarz“ würden.

Erschreckt habe ihn auch, dass es beim schwedischen Möbelhaus eine Hängelampe Söder gebe, die „den Raum mit einem Hauch von Nostalgie“ ausleuchte. Das Fazit des Abends, den roten Faden, fasste er immer wieder mit unterschiedlichen Worten zusammen: „Wir müssen wieder aus dem Emotionalen rauskommen und zum Rationalen zurückkehren.“ Vorurteile würden die Welt zwar einfacher machen, aber solche Uraltklischees hätten noch nie gestimmt und führten nur zur Spaltung der Gesellschaft. Dieses „Wir gegen die“, die Methode Trump, wie er es nannte, sei im ersten Moment zwar „lustig, wird dann aber ekelhaft“. Seine Songs, mal mit Gitarre, mal mit Klavier begleitet, lockerten den Abend auf, ohne auf Inhalt zu verzichten.

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