Prozess vor dem Coesfelder Amtsgericht gegen 34-jährigen Mann aus Marl
Darfelderin offenbar aus fahrendem Auto gestoßen

Rosendahl/Marl. Ein 34- jähriger Mann aus Marl soll im Dezember des vergangenen Jahres eine 33 Jahre alte Darfelderin nach einem Streit aus dem fahrenden Auto gestoßen haben. Der Marler wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung und Fahrerflucht vor dem Amtsgericht angeklagt. Das Urteil soll am Folgetermin am 6. Oktober fallen.

Mittwoch, 25.09.2019, 06:00 Uhr
Prozess vor dem Coesfelder Amtsgericht gegen 34-jährigen Mann aus Marl: Darfelderin offenbar aus fahrendem Auto gestoßen
Vor dem Coesfelder Amtsgericht muss sich ein 34-jähriger Mann aus Marl verantworten. Bei einem Vorfall im Dezember 2018 soll er eine Darfelderin verletzt haben. Foto: Archiv

Der Tat sei laut Aussagen des Opfers die Trennung von ihrem Ehemann vorausgegangen. Sie sei deswegen im vergangenen Jahr von Marl nach Darfeld gezogen. Am 3. Dezember sei ihr Mann mit einem Komplizen, dem Angeklagten, vor ihrem Haus vorgefahren. Mit einem Zweitschlüssel habe ihr Mann den Wagen, der der Frau zustand, entwenden wollen. Als die Darfelderin davon Notiz nahm, sei sie auf die Straße gerannt und habe sich vor den Wagen des Angeklagten – ein Bekannter des Ehepaares – gestellt, der wiederum den Wagen des Ehemannes fuhr. Obwohl die Frau vor dem Wagen stand, habe der Angeklagte diesen rollen lassen. Aus Protest habe sich die Darfelderin auf die Motorhaube gesetzt – davon ließ sich der Marler aber nicht beeindrucken und sei in Richtung Bahnhof losgefahren. Nach rund 50 Metern stoppte der Mann und es sei zu einer Streiterei zwischen den beiden am Auto gekommen. Die Frau habe diese Chance nutzen und auf dem Fahrersitz Platz nehmen wollen. Der Angeklagte sei allerdings schneller gewesen. Er habe bereits auf dem Fahrersitz gesessen, die Darfelderin habe mit einem Bein im Fußraum zwischen seinen Beinen, mit dem anderen auf der Straße gestanden und hielt sich an der offenen Fahrertür fest. „Ich habe beobachtet, wie das Auto dann wie verrückt losfuhr“, erklärte ein Augenzeuge bei der Vernehmung. Die Frau sei einige Meter mitgeschliffen, aus dem Auto gestoßen und „wie ein angefahrenes Reh“, wie sie sagte, liegen gelassen worden. Sie erlitt Rippenbrüche, ein ausgekugeltes Schlüsselbein sowie starke Schürfwunden. Außerdem sei ihre Lunge beidseitig eingefallen.
Der Anwalt des Angeklagten plädierte darauf, die Polizeibeamten zum Vorfall zu verhören. In seinen Augen sei nicht eindeutig gewesen, welcher der Männer wie gehandelt habe. Das soll bei dem Fortsetzungstermin geklärt werden.

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