Trommelreise in der Antonius-Grundschule mit Markus Hoffmeister
Auf den Spuren der Weisheit Afrikas

Darfeld. Leise rauscht das Meer im Hintergrund, es schäumt leicht auf und sanfte Wellen schlagen an den Strand. Vorsichtig streichen die Kinder mit ihren Händen über die Trommeln. „Da! Das Wasser kommt!“, ruft Markus Hoffmeister. Immer lauter schlagen die Schüler auf die Trommeln – das Wasser kommt näher und mit gewaltiger Wucht spült es durch die Häuser. Wir befinden uns in einem kleinen Dorf an der afrikanischen Küste. Vor uns liegt eine Lagune. Das Trommeln wird noch lauter, das Wasser steigt immer höher und bedroht das gesamte Dorf.

Mittwoch, 02.10.2019, 17:09 Uhr aktualisiert: 02.10.2019, 17:20 Uhr
Trommelreise in der Antonius-Grundschule mit Markus Hoffmeister: Auf den Spuren der Weisheit Afrikas
Mitreißend ist die Geschichte über einen afrikanischen Jungen, die Markus Hoffmeister den Schülern der Antonius-Grundschule erzählt. Sie trommeln mal laut, mal schnell, mal langsam im Takt mit – je nach Emotion, die aus der Geschichte hervorgeht. Foto: Leon Seyock

Mittendrin in der Geschichte stecken die Kinder der Antonius-Grundschule gestern. Markus Hoffmeister ist Geschichtenerzähler und lässt seine Gäste teilhaben – jedes Kind hat eine eigene Trommel in der Hand und spiegelt die Gefühle wider, die in der Geschichte entstehen. „Die Kinder sind Teil der Erzählung und spüren die Geschichte“, sagt Hoffmeister später.
Heute geht es um Zossu, ein kleiner afrikanischer Junge. „Ich muss zum Turm“ ruft er, als er das steigende Wasser bemerkt. Im Takt trommeln die Kinder und sprechen alle gleichzeitig: „Hört die Trommel aus dem Turm – hört die Trommel, es ist Sturm!“ Hoffmeister weiß mit seiner offenen und humorvollen Art die Kinder in seinen Bann zu reißen. Genauso laut wie Zossu auf dem Turm nun trommelt, um die Bevölkerung seines Dorfes vor den Fluten zu warnen, trommeln die Kinder in der Aula der Grundschule. Die Fischer eilen von der Lagune in das Dorf – und retten Alte, Kranke und Kinder aus ihren Häusern und bringen sie auf den Hügel vor dem Turm. „Dank der Trommel hat das Dorf überlebt“, berichtet Hoffmeister von der Geschichte, „die in dem Dorf heute noch erzählt wird.“ Als Star wird Zossu gefeiert. „Glaube an die Kraft, die in dir steckt“, gibt er den Kindern mit auf den Weg, die sich mit einem extralauten Trommel-Applaus bedanken.

Die Kinder sind Teil der Erzählung und spüren die Geschichte.

Geschichtenerzähler Markus Hoffmeister

Zum zweiten Mal ist Markus Hoffmeister in der Antonius-Grundschule zu Gast. Das Programm lädt ein zum Mitmachen und bietet viel Aktion. „Die Schule kommt über das Trommeln zusammen“, freut sich Karin Schotte, Lehrerin an der Schule. Mit dem Projekttag werde außerdem das Rhythmus-Gefühl der Kinder gestärkt. „Es steht auf jeden Fall die Freude am Musizieren im Vordergrund“, betont Schotte.
Das schafft Hoffmeister allemal. Freudige Gesichter, laute Sprechgesänge und natürlich das Trommeln bestimmen gestern den Vormittag in der Grundschule. „Durch verschiedene Reisen bin ich zum Erzählen gekommen“, sagt Hoffmeister. Besonders in Afrika gebe es sehr viele Geschichtenerzähler. „Dabei gibt es aber keine Zuhörer, die Gäste sind Teil der Geschichte. Es ist sehr interaktiv“, beobachtete Hoffmeister auf seinen Reisen. Mit über 60 Programmen ist Markus Hoffmeister insgesamt unterwegs. Gestern begibt er sich mit den Kindern auf die Spuren der Weisheit Afrikas. Am Mittag waren Eltern und Freunde eingeladen, sich den Projekttag anzuschaen. „Ihr habt die Kraft. Ihr seid heute die Trommel-Anführer“, sagt Hoffmeister. Damit macht er den Kindern genauso viel Mut, wie Zossu ihn hatte.

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