Grundschulleiter ziehen positive Bilanz zu zwei Wochen regelhaftem Schulbetrieb
Mit Disziplin und Wiedersehensfreude

Coesfeld. Anfangs habe sie noch Bedenken gehabt. „Es ist schon etwas anderes, ob 50 oder 200 Kinder in die Schule kommen“, so Gabriele Schreer, Leiterin der Ludgerischule, zur Wiederaufnahme des Regelbetriebs in den Grundschulen in dieser und der vergangenen Woche. „Aber es ist alles gut gelaufen. In die Schule kommen die Kinder über unterschiedliche Eingänge, die sie schon aus dem zuletzt rollierenden System kennen. Ab 7.45 Uhr können sie die Schule betreten und direkt in ihre Klassenräume gehen, wo eigentlich ihre Klassenlehrer auf sie warten.“ Eigentlich. „Wir haben leider das Problem, dass uns vier Klassenlehrer fehlen, weil sie zur Risikogruppe gehören. Bei acht Klassen ist das schon eine Menge. „Aber wir haben Unterstützung vom Schulamt bekommen.“

Freitag, 26.06.2020, 11:08 Uhr
Grundschulleiter ziehen positive Bilanz zu zwei Wochen regelhaftem Schulbetrieb: Mit Disziplin und Wiedersehensfreude
Schon an ihrem ersten Schultag Anfang Mai nach der Corona-Zwangspause mussten die Viertklässler der Maria-Frieden-Grundschule Abstand halten, als sie Schulleiter Benedikt Wachsmann begrüßte. Das galt natürlich jetzt auch an allen Grundschulen für alle Jahrgangsklassen, die im Rahmen des regelhaften Schulbetriebs in den vergangenen zwei Wochen ihre Schule wieder besuchen konnten. Foto: Archiv

Durch zwei Vertretungskräfte plus zwei Fachlehrer ließe sich der Unterricht dennoch gestalten. Die Umstellung vom rollierenden System auf den Regelbetrieb sei daher ein großer Aufwand gewesen. „Zumal wir zum Beispiel auch die Pausenaufsichten sicherstellen müssen. Der Schulhof ist in zwei Bereiche aufgeteilt, die Pausen finden versetzt statt.“ Für die Viertklässler gibt es nun immerhin noch einen guten Abschluss. Sie wurden gestern auf der Freilichtbühne mit ausreichend Platz und einem Wortgottesdienst mit Eltern und Lehrern verabschiedet. „Und wenn das Wetter schön bleibt, können wir heute noch einmal auf dem Schulhof mit Abstand für die Viertklässler singen“, freut sich Gabriele Schreer. Für die Zeit nach den Ferien zeigt sie sich optimistisch. „Ich hoffe, dass dann auch alle Lehrer wieder vor Ort sein können.“

Keinen Lehrermangel gibt es an der Maria-Frieden-Schule. „Alle Lehrer und Schüler sind wieder da. Die Freude war bei allen groß einen halbwegs normalen Alltag zu erleben“, so Schulleiter Benedikt Wachsmann. „Die Kinder haben sich wirklich sehr diszipliniert gezeigt.“ Natürlich sei mit dem Regelbetrieb eine Umstellung einhergegangen. „Wir mussten Pausenzeiten und Unterricht neu planen sowie Wegführungen kontrollieren.“ Aber: „Um die Eltern zu entlasten, würde ich auch einen 20. Plan entwerfen. Die meisten von ihnen waren froh, dass es wieder losgeht, denn für sie war es schon eine sehr belastende Situation.“ Plus Sorgen um den eigenen Arbeitsplatz, Sorge um die eigene Gesundheit und die der Kinder. „Da ziehe ich auf jeden Fall den Hut“, sagt Benedikt Wachsmann. Vier Stunden Unterricht hatten die Kinder am Tag: Deutsch, Mathe und Sachkunde. Die dritten und vierten Klassen auch eine fünfte Stunde. „Heute finden auf dem Schulhof nacheinander die Gottesdienste für die beiden vierten Klassen statt. Wir wollen einen würdigen Abschied.“

Den bekommen auch die Viertklässler an der Laurentiusschule, wenn die Eltern heute einen großen Spalier über den ganzen Overhagenweg hinunter zum Brauhaus bilden, um die Kinder zu verabschieden. „Alle Klassen haben diese zwei Wochen jetzt sehr genossen und waren motiviert, zusammen zu arbeiten“, freut sich Schulleiterin Regina Harbig. „Die Kinder setzen das Konzept super um und unsere Lehramtsanwärter, die wir ausbilden, unterstützen uns auch durch eigenständigen Unterricht.“ Wie an anderen Schulen sei auch der Normalbetrieb der OGS wieder angelaufen. „Das war ebenfalls eine große Herausforderung in der Planung.“

Auch die Laurentiusschule feiert einen Gottesdienst an der Freilichtbühne zum Abschied der Viertklässler. „Wie wir jedoch unsere künftigen Erstklässler begrüßen, das müssen wir uns noch in den Ferien überlegen.“

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