Dr. Thomas Horn zu Besuch im Schulzentrum
Corona-Test auf kurzem Dienstweg

Coesfeld. „Bitte einmal den Mund weit öffnen.“ Jens Dütting entfernt seinen Gesichtsschutz von Mund und Nase und folgt der Ansage von Dr. Thomas Horn. Der Facharzt öffnet ein kleines Röhrchen und zieht einen Stab heraus, mit dem er bei dem Lehrer des Nepomucenums zuerst einen Rachen- und anschließend einen Nasenabstrich macht. „Das war’s schon. Bleiben Sie gesund“, gibt Dr. Horn Jens Dütting mit auf den Weg – und empfängt den nächsten Lehrer in dem übergangsweise eingerichteten Testraum im Schulzentrum.

Mittwoch, 26.08.2020, 06:00 Uhr
Dr. Thomas Horn zu Besuch im Schulzentrum: Corona-Test auf kurzem Dienstweg
Jens Dütting (links), Lehrer am Nepomucenum, lässt sich von Dr. Thomas Horn auf das Corona-Virus testen. Der Facharzt war gestern in der Schule zu Besuch und hat insgesamt rund 80 Lehrer getestet. Alle 14 Tage wird er nun im Schulzentrum vor Ort sein. Foto: Leon Seyock

Rund 80 Lehrer des Nepomucenums und der Theodor-Heuss-Realschule nutzten gestern bei einer gemeinsamen Aktion die Gelegenheit und ließen sich auf das Coronavirus testen. „Wir haben hier heute quasi eine Arztpraxis eingerichtet“, sagt Angela Bülo, Rektorin des Nepomucenums, mit Blick auf den Testraum.
Nach einer Regelung des Landes NRW können sich Beschäftigte in Schulen und Kindertagesstätten alle 14 Tage kostenlos auf das Virus testen lassen. „Häufig sind allerdings die Arztpraxen überlastet“, berichtet Astrid Daivd, Leiterin der Theodor-heuss-Realschule. „Von daher haben wir im Schulzentrum das freiwillige Angebot geschaffen, dass sich Kollegen direkt vor Ort und auf kurzem Dienstweg kostenlos testen lassen können“, schildert Astrid David weiter. Mit dem Angebot, den Test vor Ort in der Schule durchzuführen, sollen die Arztpraxen entlastet werden.
Koordiniert wurde das Test-Angebot von Daniela Meyer (Nepomucenum) und Katja Rinke (Theodor-Heuss-Schule). „Unsere Kollegen sind sehr dankbar, dass sie die Möglichkeit auf einen Test direkt in der Schule erhalten“, berichtet Katja Rinke von der Rückmeldung im Lehrer-Kollegium zu der erstmalig durchgeführten Aktion. Von einem „wichtigen Indikator“, sich regelmäßig auf das Virus testen zu lassen, spricht Daniela Meyer: „Nur so können eventuelle Infektionsketten nachgehalten und unterbrochen werden.“
Die Kosten für die Tests der Lehrer – egal ob privat beim Hausarzt oder wie in diesem Fall in der Schule durch Dr. Thomas Horn – würden durch das Land übernommen. Da diese landesweite Regelung noch bis zu Beginn der Herbstferien im Oktober greifen soll, wird auch Dr. Thomas Horn nun alle zwei Wochen die Testung auf das Corona-Virus für die Lehrer anbieten. „Das Ergebnis kann bereits am Abend nach dem Testtag über einen Code eingesehen werden“, informiert der Facharzt.
Gerade für die Lehrer, so Astrid David, sei eine Testung auf das Virus unerlässlich: „Es handelt sich um eine Vorsorge-Maßnahme. Die Kollegen haben mit unterschiedlichen Lerngruppen zu tun und sind so einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt“, betont sie.
Sollte einer der Testungen positiv ausfallen, gebe es einen genauen Plan, was zu tun ist, informiert Angela Bülo. „Alle weiteren Abläufe liegen dann aber in den Händen des Gesundheitsamtes und der Ordnungsbehörden“, teilt sie weiter mit.

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