Kreisliga A: VfL Billerbeck rettet Spitze nach 0:2-Rückstand
Knallbonbon in der Nachspielzeit

Coesfeld/Billerbeck. Markus Grotthoff wirkte wie ein Tiger, der aus dem Käfig in die freie Wildbahn entlassen wird. Mit Riesenschritten verließ er seinen Platz hinter dem Zaun, den der Schiri ihm Mitte der zweiten Halbzeit zugewiesen hatte. Jedem fiel er um den Hals, der ihm in den Weg kam – die Freude über den späten Siegtreffer, über die Rettung in letzter Sekunde, sie musste raus. „Jetzt haben wir unseren Matchball“, blickte der Trainer des VfL Billerbeck nach dem hart erarbeiteten 3:2-Sieg bei der SG Coesfeld 06 voraus. „Wir müssen ihn nur noch nutzen.“ Pfingstmontag am Helker Berg gegen die SG 06 II.

Sonntag, 01.06.2014, 19:30 Uhr

Dabei durfte sich das am Seitenrand versammelte Personal von Adler Buldern bis zur Minute „90+2“ als virtueller Tabellenführer fühlen. Zwar hatten die Billerbecker den 0:2-Pausenrückstand ausgeglichen, aber das war zu wenig, um den Platz an der Sonne zu verteidigen. Dann aber schlug ein Knallbonbon im Kasten von Lars Vennemeyer ein: Daniel Hesper brachte den Ball an den Strafraum, Joker Thomas Aupert legte per Brust ab, und Max Zumbülte traf zum 3:2. „Das haben sich die Jungs verdient“, strahlte Grotthoff. „Die Moral ist einfach sensationell!“

Lange Zeit sah es nicht gut aus für den VfL. Die SG 06, die mangels Personal mit mehreren A-Jugendlichen aufgelaufen war, verpasste dem Favoriten in der ersten Halbzeit den doppelten Schock. Erst traf Timo Maasmann in der 21. Minute nach einem geblockten Schuss von Jörg Paß flach ins rechte Ecke, dann ließ Henrik Mauermann in der 39. Minute nach Doppelpass mit Alex Tübing das 2:0 folgen. „Die A-Jugendlichen haben getroffen“, freute sich Hüseyin Atalan trotz aller Enttäuschung über den Spielausgang über seine jungen Wilden. „Kompliment an meine Jungs, sie haben alles gegeben.“

Aber die Billerbecker, die mit mehreren angeschlagenen Spielern auflaufen mussten, gaben sich nicht auf. Schon in der 53. Minute verkürzte Felix Leimkühler mit einem Freistoß aus 18 Metern in den Winkel zum 2:1. „Das kam zu früh“, schüttelte SG-Co-Trainer Patrick Steinberg den Kopf, der sein Team fortan an den eigenen Strafraum gedrängt sah. Die Gäste drückten, fanden aber kaum eine Lücke. „Schön war das nicht“, gab Markus Grotthoff zu. „Aber die SG hat sich nur noch eingeigelt.“

Also zog er den Joker: Nach 65 Minuten brachte er Thomas Aupert, für den die Saison nach seiner Hand-OP eigentlich gelaufen war. Und nur zehn Minuten später besorgte „Aupi“ nach einer Flanke von Jan-Phillip Lammerding per Kopf das 2:2. Nachdem Felix Leimkühler per Freistoß (85.) und Markus Möllering per Freistoß-Nachschuss (90.) an Lars Vennemeyer gescheitert waren, ballerte Max „Zett“ Zumbülte den VfL doch noch zurück an die Spitze. Für Markus Grotthoff gab es Sekunden später beim Abpfiff kein Halten mehr. „Meine Pumpe ist top in Ordnung“, hatte er angesichts des Spielverlaufs seinen persönlichen Check-up hinter sich. „Die Arterien sind nicht geplatzt.“

SG Coesfeld 06 – VfL Billerbeck 2:3; Tore: 1:0 Timo Maasmann (21.), 2:0 Henrik Mauermann (39.), 2:1 Felix Leimkühler (53.), 2:2 Thomas Aupert (75.), 2:3 Max Zumbülte (90.+2).

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