Souveräner 4:0-Sieg für den Titelverteidiger / Endspielgegner FC Oeding chancenlos
Billerbeck in Partylaune

Billerbeck. Die Dauerläuferin hatte die Kraft der zwei Herzen. Magdalena „Maggi“ Richter, die sich im Kreispokalfinale die Füße wund gelaufen hatte, holte noch mal alles aus sich heraus. Mit einem Eimer Wasser bewaffnet, kam sie wie ein Wiesel über den Rasen gesprintet, im Rücken von Walter Okon, holte aus und kippte dem verdutzten Coach des Westfalenligisten DJK-VfL Billerbeck den kühlen Inhalt über den Kopf. Okon wollte noch blitzschnell abtauchen. Zu spät! Richter hattte ihn auf dem falschen Fuß erwischt. „Maggi hätte besser den Gegner nass gemacht als ihren Trainer“, sagte er mit einem breiten Lächeln und schüttelte sich wie ein begossener Pudel.

Samstag, 07.06.2014, 23:22 Uhr

Walter Okon dachte in diesem Moment an die vielen vergebenen Chancen von Magdalena Richter und ihren stürmischen Kolleginnen, die es mit dem überforderten Gegner allzu gut meinten. „Es war eine einseitige Partie“, fasste Okon das Endspiel gegen den FC Oeding kurz zusammen, „der 4:0-Sieg ist mehr als verdient, das Ergebnis hätte sogar noch deutlich höher ausfallen können. Aber das spielt keine Geige! Hauptsache wir haben gewonnen.“ Der Kreispokal, den ihnen Staffelleiter Walter Zimmer im Sportzentrum Borkener Damm in Gescher überreichte, bleibt ein weiteres Jahr im Billerbecker Trophäenschrank. Den Silberpott hatten die Billerbeckerinnen bereits im Vorjahr gewonnen, damals gegen Grün-Weiß Nottuln, diesmal gegen den Westfalenliga-Absteiger FC Oeding, der arg ersatzgeschwächt angetreten war. Weil die etatmäßige Torfrau fehlte, stellte sich die Trainerin Katja Schulten, früher auch Keeperin, ganz spontan in die Schießbude. Sie hielt, was zu halten war, und machte ihrem Spitznamen „Katze“ alle Ehre.

Aber es klingelte schon in der 3. Minute in ihrem Kasten. Magdalena Richter schlug von der rechten Seite eine Ecke in den Sechzehner. Luisa Brinkschulte stand völlig frei und bugsierte den Ball locker ins Netz.

Sandra Plate, die Nr. 10 der Gäste, feuerte in der 10. Minute einen gefährlichen Freistoß aufs Tor. Nadine Tigges parierte den Schuss mit Müh und Not. Drei Minuten später verschätzte sie sich allerdings, als die Kugel auftippte und in hohem Bogen über sie hinwegflog, gottlob auch am Pfosten vorbei ins Aus.

„Das waren bereits die beiden Möglichkeiten für Oeding im ersten Durchgang“, stellte Okon fest, „nach dem Seitenwechsel hat der Gegner kein einziges Mal auf unser Tor geschossen.“ Dafür dehnte Magdalena Richter den Vorsprung in der 67. Minute auf 3:0 aus. Anna Haberecht, die im zweiten Durchgang für Vera Malkemper eingewechselt worden war, erhöhte in der Nachspielzeit auf 4:0. Weitere Hochkaräter wurden fahrlässig ausgelassen. Wären die Billerbeckerinnen treffsicherer und zielstrebiger zu Werke gegangen, hätten sie dem Kontrahenten eine deftige Packung verabreichen können.

Die sauna-ähnlichen Temperaturen hatten beiden Teams auch mächtig zugesetzt. „Das Wetter“, klagte Walter Okon, „war grenzwertig.“ Dass ihm am Ende einer höchst erfolgreichen Begegnung seine Mittelfeld-Regisseurin ein wenig Kühlung verschaffte, nahm er ihr deshalb nicht übel. Magdalena Richter lachte dann auch wie ein Schelm über ihren gelungenen Streich. 7 DJK-VfL Billerbeck - FC Oeding 4:0; Tore: 1:0 Luisa Brinkschulte (3.), 2:0 Nicole Thomas (18.), 3:0 Magdalena Richter (67.), 4:0 Anna Haberecht (90. + 2).

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