Fußball: Spätes Tor beschert dem VfL Billerbeck das 2:1 gegen FC Epe und den Sprung in die Bezirksliga
„Mölles“ Zauberschuss ins Glück

Billerbeck. Alle Körner, die er noch irgendwo in seinen Muskeln fand, packte er in dieser 87. Minute aus. Markus Möllering setzte zum Sprint an: 30, 40, 50, nein, 100 Meter, ohne dass auch nur einer seiner Teamkollegen die Chance hatte, ihn einzuholen. Erst im eigenen Tor endete der Jubellauf – nachdem er Sekunden zuvor auf der anderen Seite spektakulär in den Winkel getroffen hatte. Ein Schuss ins Glück, der den VfL Billerbeck am Donnerstagabend in die Bezirksliga hievte und Trainer Markus Grotthoff beinahe sprachlos machte. „Grandios!“, strahlte er. „Einfach grandios!“

Donnerstag, 12.06.2014, 22:34 Uhr

Woher er die Kraft für diesen Torjubel noch geholt hat, Markus Möllering wusste es selbst nicht. „Keine Ahnung“, schüttelte er den Kopf. „Ich bin einfach nur platt.“ Aber es war eben diese individuelle Klasse, die den Ausschlag gab. Dieses Vermögen, drei Minuten vor dem Ende noch so einen 18-Meter-Schuss auszupacken, der den 2:1-Sieg gegen den FC Epe sicherstellte und dem Meistertitel von Montag nun auch den verdienten Aufstieg folgen ließ.

Dabei benötigte der VfL lange, um in die Partie zu finden. „Vielleicht haben wir zu viel Respekt gehabt“, vermutete Grotthoff. So war es der Meister der A-Liga Ahaus, der die ersten Chancen besaß. Gleich im Doppelpack sorgte Aleksandar Temelkov mit zwei Freistößen vom Strafraumeck für Aufreger: In der 25. Minute zielte er zu hoch, drei Minuten später klärte VfL-Keeper Hendrik Gausling, der in der 30. Minute auch bei einem abgefälschten Schuss von Jeroen van der Veen zur Stelle war. „In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit haben wir endlich mehr Ruhe ins Spiel gebracht“, so der Trainer.

Das machte sich nach dem Seitenwechsel positiv bemerkbar. Nun bekamen die Billerbecker Oberwasser – und belohnten sich schnell: Einen Freistoß von Markus Möllering verlängerte Thomas Aupert. Matthias Möllering nahm den Ball mit vollem Risiko und bezwang Dirk Wöltering, der zwar mit den Fingern dran war, den Einschlag aber nicht verhindern konnte. Das 1:0 in der 57. Minute! „Leider haben wir dann zu schnell den Ausgleich kassiert“, dachte Markus Grotthoff an das 1:1 durch Nico Hache, der sich über die linke Seite durchgesetzt und per Flachschuss getroffen hatte (65.).

Kurzzeitig wackelte der VfL, übernahm dann aber wieder das Kommando. Nachdem ein Kracher von Matthias Möllering abgefälscht nur knapp neben den Kasten gefolgen war (85.), schlug sein Bruder Markus zwei Minuten später zu: Eine zu kurz abgewehrte Flanke donnerte er traumhaft in den Winkel und gab den Startschuss zu einer erneut langen Nacht. „Toll, was die Jungs gebracht haben, obwohl sie auf der Felge liefen“, strahlte Markus Grotthoff. „Die waren zuletzt ja mehr bei Emil Kamenica auf der Massagebank als auf dem Platz.“ Diesen einen Kraftakt haben sie noch auf den Stadtlohner Rasen gezaubert – und ließen sich zurecht von den vielen Fans feiern. Grotthoff: „Ich bin einfach nur stolz!“

FC Epe – VfL Billerbeck 1:2; Tore: 0:1 Matthias Möllering (57.), 1:1 Nico Hache (65.), 1:2 Markus Möllering (87.).

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