Fußball: Mehr Punkte durch deutlich weniger Gegentore – Frank Stening will den Hebel in der Defensive ansetzen
„Stele“ schließt die Schießbude

Darup. Der neue Mann rationalisiert gleich eine ganze Abteilung weg. Die „Schießbude“ soll in Darup ihre Schotten dicht machen, das ist sein vorrangiges Ziel. „139 Gegentore in zwei Jahren“, schüttelt Frank Stening den Kopf. Da muss man kein Super-Experte sein, um zu wissen: Das ist schlicht zu viel! „Da müssen und werden wir den Hebel ansetzen“, sagt der neue Borussen-Trainer. Wenn das gelingt, soll ihnen der große Stress im Tabellenkeller erspart bleiben.

Dienstag, 05.08.2014, 19:08 Uhr

Haarscharf sind sie dem Abstieg von der Schippe gesprungen. Kurz vor dem Saisonende musste Dieter Köhler, der zuvor sehr gute Arbeit geleistet hatte, seinen Stuhl räumen. Unter Dirk „Putsche“ Rotthäuser rettete sich die Borussia auf dem letzten Drücker ins Entscheidungsspiel, in dem sie mit einem 2:1-Sieg gegen die SG Coesfeld 06 II doch noch den Klassenerhalt packten. Jetzt soll alles besser werden. „Ich stelle mich nicht hin und sage, wir kommen unter die ersten Fünf“, lächelt Stening. „Aber wir werden am letzten Spieltag über dem Strich stehen.“ Und das möglichst deutlich.

Absolut machbar mit diesem Kader, versichert der 36-Jährige. Drei Wochen arbeitet er nun mit seinem Personal und zeigt sich bislang restlos begeistert. „Ich bin überzeugt von diesen Jungs“, sagt er. „Wir haben einen tollen Zusammenhalt und eine große Trainingsbeteiligung, jeder ist wissbegierig.“ Gemeinsam mit seinem Co-Trainer Christian Bröcker und Torwart-Trainer Tim Hampe feilt er an der neuen Borussia, die vor allem in der Defensive deutlich stabiler auftreten soll. „Offensiv haben wir sowieso keine großen Probleme“, betont er. „Wir müssen nur weniger Gegentore kassieren.“

Dabei soll die gesamte Mannschaft helfen. Denn bei der Arbeit gegen den Ball muss jeder anpacken, fordert der Trainer. An der Viererkette will er festhalten, aber dafür sorgen, dass die Borussen im Kollektiv besser auftreten. „Jeder muss überall auf dem Feld anpacken und das Spiel gestalten können“, formuliert Stening sein Ziel. Fehler werden passieren auf dem Weg, bis alle Rädchen greifen. Gerade deshalb hat er viele Testspiele anberaumt, um sich gewissenhaft einspielen zu können. Und jede Trainingseinheit dauert grundsätzlich zwei Stunden.

Am 17. August geht es los – und Schweißperlen lässt sich „Stele“ trotz des harten Auftaktprogramms nicht auf die Stirn treiben. Erst daheim gegen die SG Coesfeld 06, dann bei Westfalia Osterwick – zwei Favoriten auf den Aufstieg. „Egal“, zuckt er mit den Schultern. „Wir müssen ohnehin gegen jeden Gegner ran, der Zeitpunkt ist egal.“ Für ihn reicht die Vorbereitung bis Anfang September. „Am dritten Spieltag haben wir frei, ab dem vierten Spieltag sollten wir so auftreten, wie ich es erwarte.“ Wobei dann mit der DJK Dülmen nicht gerade Laufkundschaft in Darup vorstellig wird.

Bange machen gilt nicht. Trotz des harten Jahres im Abstiegskampf sieht Frank Stening die Mannschaft gefestigt. Viele Gespräche führen sie: „Die Grundstimmung ist richtig gut.“ Einen ausgeglichenen und technisch starken Kader hat er – und vor allem willige Jungs. „Sie wollten unbedingt auf drei Trainingseinheiten in der Woche erhöhen“, freut sich Stening über den Einsatz. „Das mache ich gerne mit.“ Und wenn sie diesen Willen auf den Platz bringen, macht er sich keine Sorgen um den Klassenerhalt. „Jeder hat uns im Tabellenkeller auf der Rechnung“, sagt der 36-Jährige. „Wir werden das Gegenteil beweisen.“ 7 nächste Folge am Freitag: über die Mannschaft, die nach einer durchwachsenen Vorbereitung in einer unbekannten Liga bestehen muss – VfL Billerbeck.

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