Nach einer durchwachsenen Vorbereitung sieht Steffen Szymiczek sein Team nicht in der Rolle des Top-Favoriten
Verhaltener Optimismus

Billerbeck. Mit der Favoritenrolle, die ihnen von der Konkurrenz in die Stollenschuhe geschoben wird, ist das so eine Sache. Die ausgezeichnete Rückrunde, die der VfL hingelegt hat, lasse darauf schließen, gibt Steffen Szymiczek zu – aber er hat den Einblick ins Innenleben seiner Mannschaft, der anderen Experten verwehrt bleibt. „Mit der Vorbereitung bin ich bisher überhaupt nicht zufrieden“, schüttelt der Trainer den Kopf. Viele Neulinge, die eingebaut werden müssen, dazu die Urlaubszeit und schon jetzt einige langwierige Verletzungen – Probleme, die Szymiczek nicht dazu verführen, ordentlich auf die Sahne zu hauen. Der VfL Billerbeck als Führungskraft im Konzert der Großen? „Da bin ich verhalten optimistisch.“

Freitag, 05.08.2016, 10:33 Uhr

Nach einer durchwachsenen Vorbereitung sieht Steffen Szymiczek sein Team nicht in der Rolle des Top-Favoriten : Verhaltener Optimismus
Neuer Antreiber im Mittelfeld: Frederik Fechner (links) war bisher für den Westfalenliga-Aufsteiger BSV Roxel am Ball und will nun beim VfL Billerbeck die Fäden ziehen. Fotos: Ulrich Hörnemann Foto: az

Keine Frage, das Potenzial haben sie. „Wir müssen es aber abrufen“, weiß Steffen Szymiczek um den Ehrgeiz und Einsatzwillen, den er von seinem Personal fordern will und muss. Auf den starken Leistungen der vergangenen Saison ausruhen, nein, das gilt nicht. Weiter kitzeln will er seine Jungs, die Entwicklung darf nicht stagnieren. „Jetzt muss ich die Mannschaft auf das nächste Level heben“, stellt der 30-Jährige auch hohe Ansprüche an sich selbst. Charakter und Bereitschaft seien im Team vorhanden, die Begeisterung habe er vom ersten Tag an am Helker Berg erlebt – „und ich bin dafür da, es auch in Zukunft herauszuholen.“

So wie in der abgelaufenen Saison, als er den VfL im November von Olaf Buschkötter übernommen und anschließend eine beeindruckende Serie hingelegt hat. „Die Spieler waren selbst überrascht, wie überzeugend wir aufgetreten sind“, lächelt Szymiczek, der selbst schnell erkannt habe, was mit dieser Mannschaft möglich ist. Umso trauriger ist er, dass es mit dem Meistertitel nicht geklappt hat. „Das war möglich“, betont er. „Aber am Ende haben wir einige Punkte unnötig liegen lassen.“

Den neuen Anlauf muss er ohne drei gestandene Kicker angehen: Markus „Mölle“ Möllering, Johannes „Hansi“ Schulze Brock und André „Schlüppi“ Fleige sind allesamt aufs Fußball-Altenteil gegangen – ein herber Verlust, nicht nur in sportlicher Hinsicht. „Sie waren auch sehr wichtig für das Klima innerhalb der Mannschaft“, erklärt Szymiczek. Einen Markus Möllering mit seinen Qualitäten auf dem Feld zu ersetzen, sei nicht einfach möglich. „Da müssen andere Spieler nachrücken“, weiß der Trainer. „Das braucht aber Zeit.“ Mit dem Trio sei auf dem Platz viel Erfahrung verlorengegangen. Dadurch werde er selbst von der Seitenlinie noch mehr Einfluss nehmen müssen: „Ich sehe auch mich selbst in der Pflicht.“

Schade nur, dass schon in der Vorbereitung die erste schlechten Nachrichten eintrudelten. Denn Thomas Aupert wird mit einem Schlüsselbeinbruch ebenso noch etliche Wochen ausfallen wie Dominik Brinkmann nach seinem Kreuzbandriss. Auch Timo Wurbs und Adenis Krasniqi waren zuletzt verletzt – keine guten Voraussetzungen, um sich einzuspielen für die neue Saison, die gleich mit dem Kracher gegen SW Holtwick beginnt. „Fitness, Technik, Taktik, in der Reihenfolge gehen wir die Aufgaben an“, beschreibt Steffen Szymiczek seine Trainingsplanung. Bis der gewünschte Stand der Dinge erreicht ist, werden aber schon einige Wochen in der Saison vergangen sein.

Wohin geht also die Reise? „Noch sind wir in der Findungsphase“, verweist der Trainer darauf, dass genaue Prognosen noch gar nicht möglich sind. In der kommenden Woche, zum Ende der Vorbereitungszeit, werden sie intern ein Ziel ausgeben und sich daran messen. Am Trainer und seinem Ehrgeit soll es jedenfalls nicht scheitern. „Ich will grundsätzlich jedes Spiel gewinnen“, lacht Steffen Szymiczek. „Vor dem Hintergrund wäre es natürlich logisch, dass wir zu den Favoriten zählen.“ 7 nächste Folge am morgigen Samstag: über die Mannschaft, bei der ein Ex-Profi dafür sorgen will, dass seine Jungs nicht zu artig auftreten.

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